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Stuttgart: Mobile Anlaufstelle für Ausreißer "StreetCamp" hilft Straßenkindern

Mädchen mit unkenntlich gemachtem Gesicht hockt betrübt an einer Mauer

Ausreißerin Lisa

Die 15jährige Lisa (*Name geändert) lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter und den beiden jüngeren Geschwistern in der Nähe von Stuttgart. Die "Streetworker" haben Lisa an einem Freitagabend im Schlossgarten kennen gelernt, wo sie mit einer Gruppe Jugendlicher oft das ganze Wochenende verbrachte. Sie bauten Vertrauen zu ihr auf und erfuhren, dass Lisa nicht nach Hause geht, da ihre Mutter sie schlägt. Den Streetworkern gelang es, mit Lisas Einverständnis schließlich das Jugendamt einzuschalten. Die Mutter hat erkannt, dass sie Hilfe braucht und Unterstützung angenommen. Die Beziehung zwischen Lisa und ihrer Mutter hat sich seitdem sehr verbessert. Auch wenn es immer noch Krisen gibt, erlebt Lisa die Situation jetzt nicht mehr als ausweglos und reißt nicht mehr aus.


Bus "Street Camp" mit Unterstützern im Vordergrunfd.

"Mobiles Streetcamp" mit Unterstützern.

„Mobiles StreetCamp“ als Anlaufstelle für Straßenkinder

In Stuttgart werden rund 600 – 1.000 Kinder und Jugendliche auf der Straße vermutet. Oftmals beginnt eine Straßenkind-Karriere damit, dass die Kids am Wochenende in die Stadt kommen, um zu feiern und dort hängen bleiben – manchmal fehlt das Geld für die Rückfahrt, manchmal ist es in der Clique einfach „netter“ als zu Hause....
Um dieser Entwicklung gegen zu steuern, entwickelte die Christoph-Sonntag-Stiphtung in Zusammenarbeit mit dem "Schlupfwinkel" – der Anlaufstelle für jugendliche Ausreißer - das "StreetCamp", einen VW-Bus, der am Wochenende dort unterwegs ist, wo diese "Event-Kids" sich aufhalten. Im Fahrzeug können die Ausreißer durchatmen, zur Ruhe kommen und im Gespräch mit den Sozialpädagogen die nächsten Schritte planen. Die Jugendlichen erhalten hier aber auch Wertschecks und Guthabenkarten, mit denen ihnen unbürokratisch sofort geholfen werden kann (Bahntickets für die Rückfahrt, Hygieneartikel, Übernachtungsmöglichkeiten). Herzenssache finanziert den Bus und die "unbürokratischen Hilfsmittel" für die Kids.

An der Seite der Kids

Unterstützt werden die Sozialarbeiter von ehrenamtlichen „Street-Angels“, die die Ausreißer zu Behördengängen, zur Schlafstätte oder zum Einkauf begleiten. Das StreetCamp kooperiert u.a. mit dem "Schlupfwinkel", der Anlaufstelle für jugendliche Ausreißer in Stuttgart. Unter der Woche fährt der "StreetCamp"-Bus zu Schulen im Umland informiert dort über die Situation von Straßenkindern, den Gefahren und möglichen Präventions- und Hilfsangeboten. Das versetzt wiederum die Schüler in die Lage beispielsweise Schulkameraden oder Freunden mit Rat zur Seite zu stehen.