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Schömberg: Therapie für kleine Patienten Musik hilft heilen

Kurz nach Weihnachten fiel die zweijährige Berra unglücklich vom Sofa. Wenige Tage später kam sie mit einem epileptischen Anfall auf die Intensivstation. Der Knochendeckel musste entfernt und Hirnwasser über eine Drainage abgeleitet werden. Diagnose: Hirnblutung. Erst durch die Musiktherapie reagierte die Kleine wieder auf ihr Umfeld…

Behindertes Mädchen mit Therapeutin

Mit zwei Jahren erlitt Berra eine Hirnblutung. Erst durch Musiktherapie reagierte sie wieder auf ihr Umfeld.

Wochen später wurde Berra in die Kinderklinik Schömberg verlegt, wo sie umfassend weiterbehandelt wurde. Durch die liebevolle Pflege lernte Berra wieder, den Kopf zu halten und die Arme zu bewegen. Im Rahmen eines Pilotprojektes erhielt das Mädchen zusätzlich Musiktherapie. Und Berra reagierte: Sie wirkte wacher, aktiver, hob den Kopf etwas weiter und versuchte im Laufe der Behandlungen sogar, selbst Töne hervorzubringen.

Förderung durch Musik

In der Kinderklinik Schömberg werden über 60 stationär aufgenommene Patienten neurologisch behandelt. Wie in Deutschland üblich, wird die medizinische Arbeit von den Krankenkassen getragen. Die Musiktherapie ist jedoch eine Zusatzleistung, die nicht abgedeckt ist. Musik bietet eine große Fülle an Möglichkeiten, mit den kleinen Patienten in Kontakt zu treten und hilft Motorik, Sensorik, Kognition und Emotion zu fördern. Im spendenbasierten Pilotprojekt haben sich Einzel- und Gruppeneinheiten mit einzelnen Patienten schwerster Beeinträchtigungen sehr bewährt.


Musiktherapie von Beginn an

Aufgrund der positiven Resonanz baut die Klinik das Angebot aus um alle bewusstseinsgestörten Patienten schon ab der ersten Woche drei Mal wöchentlich mit Musiktherapie behandeln zu können. Bei Entlassung sollen die Veränderungen bewertet werden. Außerdem wird das Angebot auf autistische und verhaltensgestörte Kinder ausgeweitet und die Familien werden mit einbezogen. Das gemeinsame Musizieren verbindet und kann auch zu Hause fortgeführt werden. Die Klinik stellt selbst 70.000 Euro für die Therapie bereit, benötigt aber für die restlichen 25.000 Euro Spenden, die Herzenssache für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen bereitstellt.