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Reutlingen: Ein Fußballplatz für alle Kicken nach Herzenslust

Es ist ein kleines Wunder, dass Muhammed trotz seiner Behinderung nach Herzenslust Fußball spielen kann. Bei seiner Geburt vor 16 Jahren hätte wohl niemand gedacht, dass aus dem Säugling mit der Chromosomenschädigung, den unterentwickelten Nieren und den großen Ernährungsschwierigkeiten einmal ein fröhlicher und lebenslustiger Junge werden würde, der für sein Leben gerne mit Klassenkameraden Fußball spielt.

Junge mit Fußball und gereckter Faust

Muhammed hat in seinem jungen Leben schon viel mitmachen müssen

Ob Muhammed überhaupt Fußball wieder spielen kann, war lange Zeit nicht klar. 2010 hielt sich auf einem nicht abgesperrten Baugelände auf, als ein 400 Kilogramm schweres Metallgestell auf ihn stürzte. Muhammed erlitt einen komplizierten Beckenbruch und schwere innere Verletzungen. Eltern und Schule bangten um sein Leben. Zahlreiche Operationen und lange Krankenhausaufenthalte waren nötig. Trotzdem war unklar, ob er wieder laufen können würde. Aber mit viel Krankengymnastik und starkem Willen hat Muhammed es geschafft. Da gibt es nur ein Problem: Mohammeds Schule, die Peter-Rosegger-Schule für Schüler und Schülerinnen mit einer geistigen Behinderung, hat eigentlich gar keinen Platz zum Kicken.

Kein Raum fürs Vergnügen

Junge spielt mit Fußball auf Schulhof

Kicken nach Herzenslust? Hier wohl kaum!

Das Fußballspielen ist für viele Schüler der Peter-Rosegger-Schule aber das Größte. Sie können sich bewegen und richtig austoben. Das ist auf dem Schulgelände gar nicht einfach: Der Boden ist aus Kopfsteinpflaster, deshalb geraten vor allem Schüler wie Muhammed leicht ins Stolpern. Außerdem gibt es keine Begrenzungen des Feldes. Das führt oft zu Streit – war der Ball nun im Aus oder nicht? "Außerdem müssen wir immer aufpassen, dass kein Fenster kaputt geht" sagen die Schüler.

Kunstrasen statt Kopfsteinpflaster

Deshalb haben Muhammed und die anderen Kinder einen Herzenswunsch: ein richtiges Fußballfeld mit Kunstrasen, Linien, richtigen Toren und einem Zaun drum herum. Sie verkaufen zwar fleißig Hot Dogs, um Geld zusammen zu bringen. "Aber das reicht leider nicht, weil das Feld so teuer ist." Wenn der Traum vom Mini-Fußballfeld wahr würde, dann könnten sie mit den Nachbarschulen gemeinsam spielen und zum Beispiel ein inklusives Fußballturnier veranstalten. Herzenssache hilft und finanziert die Anschaffung des Mini-Fußballfeldes.