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Reichenberg: Betreuung für behinderte Kinder Wie Michelle mit 14 das erste Mal glücklich wurde…

Michelle ist 14 und hat das Down-Syndrom. Der Kontakt zu anderen Kindern ist schwierig, weil sie permanent beaufsichtigt werden muss. Im ländlichen Raum um Reichenberg gibt es kaum Möglichkeiten, Kinder mit Handicap in einer Betreuung unterzubringen. Die nächstgelegenen Einrichtungen sind fast 100 km entfernt. Dennoch starteten die Eltern mehrere Versuche. Michelle fühlte sich dort aber sehr unwohl. Sie empfand es eher als Strafe, dort sein zu müssen, und war danach ängstlicher als zuvor.

Kleines Mädchen sitzt auf großem Pferd

Michelle genießt das heilpädagogische Reiten auf der "Pferdeinsel"

Ganz anders auf der "Pferdeinsel". Seit Michelle hierherkommt, genießt sie es, Gleichaltrige zu treffen. So hat sie in dem ebenfalls geistig behinderten 15-jährigen Leon einen guten Freund gefunden. Michelle hat durch das heilpädagogische Reiten körperlich viel gelernt, und ihre ganze Entwicklung wurde positiv beeinflusst. Sie besucht regelmäßig Therapieeinheiten und nimmt mit Leon an Freizeiten teil, von denen sie immer begeistert zurückkehrt. Für die Familie ist das Angebot eine Chance, den Alltag bewältigen zu können und ihr Kind dabei in guten Händen zu wissen.

Kaum Möglichkeiten zur kindgerechten Betreuung im ländlichen Raum

Mädchen sitzt auf der Wiese vor einem Pferd

Durch das Reiten wurde Michelles Entwicklung positiv beeinflusst

Wie den Eltern von Michelle geht es vielen Familien mit behinderten Kindern im ländlichen Rhein-Lahn-Kreis. Die aus einer ehrenamtlichen Initiative entstandene Pferdeinsel ist für die Betreuung dieser Kinder eine echte Alternative. Die gute Arbeit hat sich herumgesprochen: Inzwischen können die engagierten Macherinnen mit den vielen Anfragen kaum mithalten. Aber es fehlte einfach ein Ort zum vernünftigen Arbeiten. Ins provisorische Strohballen-Schlaflager direkt neben dem Pferdestall regnete es hinein, die alte Scheune war nicht behindertengerecht und auch im Freien fehlte es an geeigneten und barrierefreien Flächen.

Ein professionelles Angebot entsteht

Initiatorin Kim Michel ging deshalb jetzt aufs Ganze: Sie gab ihren Job als Erzieherin auf und stellte das Projekt auf professionelle Beine. Sie schuf eine Basis für die Betreuung von behinderten Kindern im Landkreis und schloss damit die Lücke im Betreuungsangebot.
Herzenssache unterstützte den engagierten Verein beim barrierefreien Ausbau des Angebots.