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Trier (Region): Ein Instrument lernen - trotz Behinderung Thomas möchte Klarinette lernen

"Das mache ich zu meinem Hobby: Ganz bestimmt!" Thomas kommt nach dem letzten Auftritt seiner Flötengruppe ins Schwärmen. Der 15-Jährige besucht die Levana-Schule in Schweich, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung. Seit drei Jahren engagiert er sich in der Trommelgruppe und hat darüber sein Rhythmusgefühl entwickelt. Außerdem ist er Gründungsmitglied der "Sunshine-Rocker". Seit zwei Jahren übt er Flöte, momentan spielt er auf einer Plastikflöte. Sein sehnlichster Wunsch: ein richtiges Instrument lernen, Klarinette zum Beispiel.

Junge mit Klarinette im Arm

Thomas' sehnlichster Wunsch: ein richtiges Instrument lernen, Klarinette zum Beispiel

Thomas ist in seinen geistigen Fähigkeiten eingeschränkt und leidet unter ADHS, dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. Einmal ein richtiges Instrument, eine Klarinette, in der Hand halten, das findet er klasse. Aber so ein Instrument kostet sehr viel Geld, von den Kosten für den Unterricht ganz zu schweigen. Das können sich seine Eltern nicht leisten.

Keine Musikpädagogen für die Arbeit mit geistig behinderten Kindern

Für psychisch beeinträchtigte und geistig behinderte Kinder gab es kaum die Chance, ein Musikinstrument zu erlernen. Zum einen fehlten Musikpädagogen, die für die Anforderungen dieser speziellen Zielgruppe ausgebildet sind, zum anderen fehlte vielen Eltern das Geld, ihrem Kind den Musikunterricht zu finanzieren. AMME e.V. – Aktion Musiker für Musiker im Einsatz ist ein junger gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hatte, das Erlernen von Musikinstrumenten für geistig behinderte Menschen zu fördern.

Am Anfang steht das "Instrumentenkarussell"

In Kennenlern- und Sichtungs-Phasen finden die Pädagogen heraus, welche Kinder sich für den Musikunterricht interessieren, und lassen sie in einem "Instrumentenkarussell" ihr Instrument finden. Danach erhalten die Kinder Einzelunterricht und finden sich zu Bands zusammen. An der Universität Dortmund wurde von Prof. Irmgard Merkt im Frühjahr 2010 eine vergleichbare Aktion durchgeführt, mit beachtlichem Erfolg. Herzenssache unterstützte den engagierten Vater und seinen Verein bei dem Aufbau des Angebots für geistig behinderte Kinder und Jugendliche in der Region Trier.