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Mannheim: Rebound - clever gegen Suff und Drogen Präventionsprogramm für Jugendliche

Kim vor einer Kletterwand

Kim

Als die 16-jährige Kim an ihrer Schule zum ersten Mal von "Rebound" (zu Deutsch: abprallen) hört, ist sie sofort begeistert. Sie geht auf eine Gesamtschule in einem sozialen Brennpunkt in Mannheim. Drogen und soziale Konflikte sind hier ein Dauerbrenner. Erst im letzten Jahr sorgte ein Mitschüler, der sich in der Mathestunde einen Joint drehte, für große Aufregung. Inzwischen ist Kim Peer-Mentorin bei "Rebound" und betreut andere Jugendliche. "Durch den fehlenden Notendruck und die offene Atmosphäre konnten wir endlich über Themen reden, die für uns Jugendliche wirklich wichtig sind", erzählt Kim. Einen Joint drehen während des Unterrichts – das findet in ihrer Klasse keiner mehr cool!

Medienpädagogische Arbeit mit Kurzfilmen

"Rebound" ist ein Präventionsprogramm für junge Menschen zwischen zwölf und 18 Jahren – in einem Alter also, in dem viele von ihnen die erste Bekanntschaft mit Alkohol, Zigaretten und Cannabis machen. Das Konzept besteht aus einem interaktiven Schulkurs, einem begleitenden eLearning-System und einem Mentorenprogramm. Das Besondere: Jugendliche wurden von Anfang an in die Entwicklung mit einbezogen.

Jugendliche bei Dreharbeiten

Dreharbeiten zu einem "Rebound"-Film

"Rebound" vermittelt ihnen "in ihrer Sprache" Kompetenz im Umgang mit Alkohol und Drogen. Wichtigster Baustein ist die medienpädagogische Arbeit mit Kurzfilmen, in denen Jugendliche selbst entwickelte Szenen spielen, die im Zusammenhang mit Rausch, Risiko und Identitätssuche stehen. Durch Identifikation, Abgrenzung und Reflektion der Filmszenen lernen die Jugendlichen verschiedene Motive, Gefühle und soziale Kräfte kennen, die in der Drogenthematik wirken.

Ein "best-practice"-Beispiel der Präventionsarbeit

Der 1997 gegründete Mentorstiftung Förderverein engagiert sich in der Präventionsarbeit gegen Drogen und Alkoholsucht. Das Konzept für "Rebound" wurde vom Förderverein der Mentorstiftung und der Universitätsklinik Heidelberg mit einem Etat von 1,3 Mio. € aus EU-Mitteln entwickelt. Es wurde an zwölf Schulen in der Rhein-Main-Region mit insgesamt 800 Schülern umgesetzt und in einer Pilotstudie bis Ende 2012 getestet. Das Konzept wird national und international als "best-practice"-Beispiel in der Präventionsarbeit genannt.

Mit Fördermitteln von Herzenssache e.V. kann "Rebound" an neun Schulen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland als "Herzenssache-Rebound-Projekt" eingeführt werden. Damit werden schätzungsweise 3.000 Schüler erreicht. Geplante Umsetzungsorte sind u.a. Heidelberg/Mannheim, St. Ingbert, Speyer und Landstuhl. Die Ergebnisse dieser Schulen fließen in die Auswertung des EU-Projekts mit ein, sodass am Ende Laufzeit fundierte Ergebnisse vorliegen werden.