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Mosbach: Ein Leben ohne Magensonde So bekam Philippa zum ersten Mal Lust aufs Essen

Philippa wurde durch ihre Erkrankung lange durch eine Magensonde ernährt. Im "Entwöhnungscamp" hat sie gelernt, Essen endlich als Genuss wahrzunehmen. Da das Mädchen von Geburt an einen Beatmungsschlauch brauchte und regelmäßig Sekret im Mund abgesaugt bekam, hatte sie große Angst vor allem Fremden im Mund, auch vor Essen.

Mädchen mit Magensonde

Endlich! Jetzt reagiert Philippa fröhlich, wenn es ums Essen geht...

Philippa hatte keinen leichten Start ins Leben. Ihr Zwerchfell hatte ein großes Loch, sodass ihre Bauchorgane in den Brustraum rutschten und das Wachstum der Lunge einschränkten. Nach zahlreichen Operationen konnte sie zwar das Krankenhaus verlassen, brauchte aber ein Heimbeatmungsgerät und wurde sie über eine Magensonde ernährt. Wenn man sich ihr mit einem Löffel näherte, würgte sie und bekam Angst. So fehlen ihr wichtige Sinneserfahrungen, die Kleinkinder durch das Schmecken und Fühlen im Mund machen. Dadurch ist Philippa in ihrer Entwicklung verzögert, die Magensonde schränkt ihre Bewegungsfreiheit ein. Erst das "Entwöhnungscamp" des Vereins "Leben ohne Sonde" konnte Philippa helfen.

Ein Leben ohne Magensonde

Mädchen mit Magensonde

... und hat ganz spielerisch angefangen, sich Essbares selbst in den Mund zu stecken.

Zusammen mit 15 anderen "Sondenkindern" sollte Philippa zum ersten Mal Lust aufs Essen bekommen. Ihre ganze Familie durfte sie dabei begleiten, sich spielerisch ans Essen heranzutasten. Mit der Zeit entdeckte sie Freude und Interesse Genuss am Essen und konnte mehr und mehr "normale" Nahrung zu sich nehmen. So rückt das Ziel ist, dass sie eines Tages ganz ohne Sonde leben kann immer näher. Die Universitätsklinik Mannheim betreut das Projekt auf therapeutischer, psychologischer und medizinischer Ebene. Der ganzheitliche Ansatz von "Leben ohne Sonde" ist bei den Krankenkassen jedoch noch weitgehend unbekannt. Anträge zur Kostenübernahme werden nach langwierigen Einzelfallprüfungen oft abgelehnt. Damit die "Entwöhnungscamps" in Zukunft trotzdem jährlich stattfinden können, unterstützt Herzenssache die Familien bei den Reise- und Unterbringungskosten, um diese Versorgungslücke vorerst zu schließen und die Krankenkassen von der Notwendigkeit des Angebots zu überzeugen.