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Mainz und Nieder-Olm: Anderssein wird ganz normal Kinderlachen in den Werkstätten für Behinderte

In den beiden Kitas der Werkstätten für Behinderte Mainz-Hechtsheim und Nieder-Olm werden behinderte und nicht behinderte Kinder von Anfang an gemeinsam aufwachsen und lernen, dass Anderssein ganz normal ist.

Zwei kleine Jungen

In der neuen Kita der WFB sind Emil (links) und Damon rundum gut versorgt

Auch Emil und Damon, so genannte "I-Kinder", also mit integrativem Förderbedarf, besuchen den Kindergarten. Damon hatte seinen ersten epileptischen Anfall vor zwei Jahren an Silvester. Danach folgten unzählige Untersuchungen bis klar war, dass er wahrscheinlich an einer erblichen Form der Epilepsie leidet. Emil hat das Down-Syndrom, er kann bisher weder laufen noch sprechen. Beide brauchen für ihre weitere Entwicklung besondere Unterstützung in Form von Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie. Für die Familien von Emil und Damon bedeutet es eine enorme Entlastung, dass beide einen Betreuungsplatz in der integrativen Kita in Nieder-Olm gefunden haben, wo sämtliche Therapien direkt in den eigens dafür eingerichteten Räumen stattfinden können.

Neue Kita eröffnet

Gäste bei einer Feier

Herzenssache Geschäftsführerin Gitta Haucke bei der Eröffnungsfeier in Mainz.

Die beiden neu erbauten Kitas auf dem Gelände der "Werkstätten für behinderte Menschen Mainz" haben am 01. August ihre Türen geöffnet. Die Eröffnungsfeier fand am 25. September in Mainz statt. In Nieder-Olm gibt es jetzt für die "Selzlinge" 30 Kita-Plätze, davon zehn für Kinder mit Behinderung. In Mainz werden 75 "Rheinlinge" betreut, darunter fünf behinderte Kinder und 30 in einer Krippe für unter Zweijährige. Durch besondere Angebote wie eine spezielle Liege und einen Snoezelenraum können hier notwendige Therapieangebote für die behinderten Kinder in den Alltag integriert werden. Die Schaukeln, die Kletterwand und verschiedene Bewegungsspiele im Mehrzweckraum werden von allen Kindern gemeinsam genutzt.

Lebendiger Austausch

Nach einer Eingewöhnungsphase wird es einen lebendigen Austausch zwischen den Bereichen der WfB und der Kita geben. So ist geplant, dass die behinderten erwachsenen Menschen, die in der WfB betreut werden, Klangraum und Werkraum mit nutzen. Umgekehrt werden die Kinder die Holz- und Keramik-Arbeitsgruppen in den Werkstätten besuchen. Herzenssache unterstützt die WfB bei der Umsetzung dieses Pionierprojektes von der ersten Stunde an und übernimmt die Kosten für die Ausstattung der Therapie- und Mehrzweckräume in beiden Kitas.