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Mainz: Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche Wohin mit der Trauer?

Mainz: Wohin mit der Trauer?

Michael und Kerstin sind nicht allein

Es geschah aus heiterem Himmel, in den Ferien vor zwei Jahren. Die Familie machte Urlaub auf der Insel Fehmarn. Ein Tag wie jeder andere. Die Geschwister Julius, Michael und Kerstin springen gemeinsam auf dem Trampolin, als Julius plötzlich zusammenbricht und stirbt. Eine virale Herzmuskelentzündung wird als Todesursache vermutet. Dass er krank war, hat niemand bemerkt.

Plötzlich und unerwartet

Die Familie wendet sich nach dem Schock an eine Trauerbegleiterin. Während Michael in den regel-mäßigen Gruppentreffen gute Fortschritte macht und wieder anfängt, mit Julius Spielsachen zu spielen, hat Kerstin zunächst große Probleme, sich ihrem Trauma zu stellen. Heute versteht sie, dass es ohne fremde Hilfe nicht geht. In der Trauergruppe haben beide gelernt, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind und dass ihr kleiner Bruder seinen Platz in ihrem Leben behält.

Herzenssache fördert Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche

Wenn ein Familienmitglied stirbt, sind die Kinder häufig die „doppelten“ Verlierer. Neben dem Verlust einer Person verlieren sie oft auch die notwendige Unterstützung der verbleibenden Eltern. Damit Kinder in ihrer Trauer nicht das Gefühl haben, eine zusätzliche Belastung für die Eltern zu sein, brauchen sie neutrale Bezugspersonen, bei denen sie ihren Emotionen freien Lauf lassen können. Aktuell kann der Verein „Trauernde Eltern und Kinder Rhein-Main“ nur ein Minimalangebot für Kinder und Jugendliche anbieten, denn es fehlt an Platz und Möglichkeiten einer Alterstrennung. Der einzige Gruppenraum kann nicht kindergerecht gestaltet werden, da die Gefahr besteht, dass Eltern durch die kindlichen Elemente einen Rückfall in ihr Trauma erleben. Mit Hilfe von Herzenssache soll das Angebot für trauernde Kinder und Jugendliche erweitert werden.

2:14 min

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SWR