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Ludwigshafen: Gemeinsam leben – gemeinsam lernen Behinderten-WG IGLU

Herzenssache-Projekt Ludwigshafen: Behinderten-WG IGLU

Eine WG für Melanie

Melanie ist mehrfach behindert und kann nicht sprechen. Dennoch ist die junge Frau im vergangenen Jahr von zu Hause ausgezogen, um in einer Wohngemeinschaft mit behinderten und nichtbehinderten Menschen zu leben. Ungewöhnlich, denn normalerweise bedeutet "ausziehen" bei schwerbehinderten Menschen "einziehen" in ein Heim.

Melanie zieht aus

Ermöglicht haben das Melanies engagierte Eltern. Sie weigern sich seit mehr als 20 Jahren, ihre Tochter in vorgefertigte Strukturen zu geben und kämpfen dafür, behinderten Menschen innovative Lebenswege zu ermöglichen. So ging Melanie nicht in die Sonderschule, sondern in eine Regeleinrichtung. Sie hat inzwischen sogar eine sinnvolle  Aufgabe gefunden: Melanie besucht Altenheime und Kindergärten, um die Akzeptanz von Behinderten zu fördern. Damit das alles möglich ist, helfen ihr sechs Assistentinnen nach einem ausgeklügelten System rund um die Uhr.

Herzenssache fördert eine inklusive Wohngemeinschaft

Der Verein "Gemeinsam Leben – gemeinsam lernen" ermöglicht behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben. Mit Unterstützung von Herzenssache ist in Ludwigshafen eine inklusive Wohngemeinschaft entstanden. Im Modellprojekt IGLU leben vier behinderte und sechs nichtbehinderte junge Menschen wie in einer WG zusammen. Bewohner, die aufgrund ihrer Behinderung Unterstützung brauchen, erhalten persönliche Assistenten, die nicht in der WG leben und aus den Sätzen der Pflegeversicherung finanziert werden.

WG-Leben

Alltägliche Arbeiten wie putzen, kochen, einkaufen, werden von den Bewohnern gemeinsam erledigt. Damit alles reibungslos läuft, gibt es einen Dienstplan, der die Bedürfnisse aller Bewohner berücksichtigt. Die nichtbehinderten Bewohner übernehmen zum Beispiel Tätigkeiten wie Nachtbereitschaft oder Frühstück richten. Dafür werden ihnen Stunden gutgeschrieben, die auf die Miete angerechnet werden können.