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Kork: Eine Welle der Hilfsbereitschaft Für kurze Momente wie ein Fisch im Wasser

Alina kann nicht sprechen, sitzen, stehen oder laufen. Ihr Start ins Leben war dramatisch: Ein schwerer Sauerstoffmangel während der Geburt führte dazu, dass ihr Leben auf der Kinderintensivstation begann und tagelang auf der Kippe stand.

Mädchen mit Betreuer im Wasser

Alinas Leben stand auf der Kippe

Nach drei Jahren intensiver Betreuung in der Frühförderung konnte Alina den Kindergarten der Lebenshilfe besuchen. Mit neun Jahren kam sie in die Oberlinschule in Kork. In der Schule stand auch Schwimmen auf dem Stundenplan und es wurde schnell klar, dass Wasser Alinas Element ist. Für kurze Zeit lösten sich ihre schweren Spasmen im Warmen, sie fühlte sich wie ein Fisch im Wasser.

Der Traum von der Wiederbelebung des Schwimmbades

Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern. Die Diakonie Kork ist eines von fünf bundesweiten Zentren, die sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Anfallskrankheiten wie Epilepsie spezialisiert haben. Hier gibt es eine bundesweit anerkannte Klinik, eine Schule für Körperbehinderte, Werkstätten für behinderte Menschen, Wohn- und Pflegeeinrichtungen. Ende 2011 musste das beliebte Therapiebad auf dem Gelände aus hygienischen Gründen geschlossen werden. Eine umfangreiche Sanierung sollte 900.000 Euro kosten, erst danach konnte es wieder in Betrieb genommen werden. Der Träger winkte ab: Andere Sanierungen an Wohngebäuden waren viel dringender. Doch der Förderverein "Wassertropfen Kork e.V." wollte den Traum von der Wiederbelebung des Schwimmbades nicht aufgeben. Er nahm sich vor, 500.000 Euro Spenden zu sammeln.

Das Ziel rückt in greifbare Nähe

Unermüdlich waren die Vereinsmitglieder – Mitarbeiter der Diakonie, Angehörige, Bewohner und Schüler – aktiv und lösten in der Region eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. So konnte das Spendenziel schließlich erreicht werden und die Diakonie versprach, 100.000 Euro beizusteuern und die laufenden Betriebskosten zu übernehmen. Durch 200.000 Euro von Herzenssache e.V. konnte die noch bestehende Lücke in der Finanzierung geschlossen werden. Der Traum wurde wahr: Im September 2015 wurde das Therapiebad feierlich eingeweiht.