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Ulm: Grünfinder lernen mit Hirn, Herz und Hand "Besser als Playstation spielen"

Ausgerüstet mit Becherlupe und Bestimmungsbuch gehen die Grünfinder-Kids einmal pro Woche in die Natur. Dort erforschen sie ihre Umgebung. Durch Herzenssache wird das Konzept ausgeweitet.

Junge mit Fernglas

Auf den Entdeckungstouren kann Simao auch seine Deutschkenntnisse verbessern

Simao kommt aus Portugal, seine Eltern sprechen noch nicht so gut Deutsch, zur Zeit haben sie auch keine Arbeit, dadurch ist das Geld immer knapp. In der Schule und vor allem bei den Grünfindern spricht Simao nur Deutsch und das hilft ihm sehr, in der Klassengemeinschaft besser Fuß zu fassen. Es macht ihm großen Spaß, einmal in der Woche mit seinen Klassenkameraden und ausgestattet mit dem grünen Rucksack auf Entdeckungstour zu gehen und das Erlebte auch im Naturtagebuch festzuhalten. Er interessiert sich jetzt auch außerhalb der Grünfinder-Gruppe viel mehr für die Natur, und er hat schon viele Anregungen mit nach Hause gebracht. Auch am Wochenende spielt er gerne "Grünfinder" mit seinen beiden jüngeren Geschwistern. "Das ist besser als immer drinnen zu sein und Playstation zu spielen", findet er.

Kostenlos für alle

Junge mit dunklen Haaren

Simao hat die Natur für sich entdeckt

Grünfinder-Kinder wie Simao fiebern jede Woche der Zeit in der Natur entgegen, denn hier können sie unbelastet von der finanziellen Situation in ihren Familien ganz neue Themengebiete für sich erobern. Das Konzept "Grünfinder" wurde in den letzten beiden Jahren von der Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller an vier Brennpunktschulen in Ulm aus eigenen Mitteln entwickelt. Damit das Projekt auf 30 Schulen und 360 Kinder rund um Ulm ausgeweitet werden kann, braucht die Stiftung die Unterstützung von Herzenssache, denn das Angebot soll weiterhin kostenlos bleiben.

Das Konzept kommt auch bei Eltern und Lehrern gut an und zeigt jetzt schon vielfältige positive Auswirkungen: Die Körperkoordination der Kinder wird durch Klettern und Balancieren gestärkt, sie entwickeln ihre Feinmotorik durch Basteln und Schnitzen, sie erweitern durch die verschiedenen Gruppenaktivitäten ihre soziale Kompetenz und ihr Wissen über die Natur.

Was sind Grünfinder?
Eine Gruppe von 10-15 Grundschulkindern aus einem Brennpunktviertel geht einmal pro Woche mit einer Pädagogin für rund drei Stunden in die nahegelegene Natur. Die kleinen Forscher bekommen dazu leihweise eine Grünfinder-Ausrüstung, bestehend aus einem grünen Rucksack mit Becherlupe und Bestimmungsbuch. Da die Kinder bei jedem Wetter draußen sind, hält die Leitung für Kinder aus finanziell schwachen Familien auch Gummistiefel, Regenjacke und Matschhose bereit.