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Freiburg: Eine Perspektive für Teenagermütter Marita möchte eine gute Mutter sein

Nach einer problematischen Kindheit voller Streitereien und Gewalt kommt ein junges Mädchen in ein Heim, wird früh schwanger. Doch es möchte alles tun, um eine gute Mutter zu sein.

Maritas* Kindheit war von ständigen Streitereien der Eltern, häuslicher Gewalt und vielen Umzügen geprägt. Sie kam in die Jugendpsychiatrie, in eine Pflegefamilie und schließlich ins Heim. In der Schule fehlte sie oft, hat keinen Abschluss. Zuletzt lebte sie im Obdachlosenheim, wurde dort schwanger. Ihr Kind, ein Frühchen, hat einen Herzfehler. Der Vater war gewalttätig, steht kurz vor der Inhaftierung. Unterstützung von der Familie erhielt sie kaum.
Im Haus des Lebens in Freiburg lebt sie nun wie in einer Pflegefamilie, denn sie möchte ihr Kind behalten und alles tun, um eine gute Mutter zu sein.

Viele Schwangerschaftsabbrüche junger Mütter

2014 haben in Baden-Württemberg 352 Mütter zwischen 15 und 18 eine Schwangerschaft abgebrochen. Viele entscheiden sich jedoch für das Kind. Damit das gelingt, brauchen sie Unterstützung. Im Haus des Lebens finden junge Mütter ab 16 mit ihrem Kind ein sicheres und strukturiertes Umfeld, das so in deren Leben nie vorhanden war. Sie lernen Alltagsregeln, wie sie ihr Kind betreuen, einen Haushalt führen, kochen, nähen, oder den Umgang mit Geld. Es gibt intensive fachliche Kontrollen und Gespräche mit Psychologen und Bezugsbetreuern, um das Kindeswohl zu sichern. In der Elternschule erfahren sie nach dem vom Bundesfamilienministerium unterstützten "STEEP"-Konzept (dt.: "Wie Elternschaft gelingt"), wie sie eine liebevolle Bindung zu ihrem Kind aufbauen können.

Ein gutes Zuhause für Teenagermütter

Die jungen Mütter werden auch darin unterstützt, ihren eigenen Weg ins Leben zu gehen, einen Schulabschluss nachzuholen, oder eine Ausbildung zu beginnen. Das Kind kann während Schule und Ausbildung der Mutter die hauseigene Kita besuchen.
Den Aufenthalt finanziert das Jugendamt. Was fehlt, ist jedoch ein fester Platz für die Kinderwagen. Die Brandschutzbehörde hat die bisherige Lösung angemahnt. Auch die Fachausbildungen muss das Haus selbst tragen. Herzenssache hilft und finanziert die Umbau- und Ausbildungskosten.

*Name geändert