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Heilbronn: Beklemmende Enge auf der Neugeborenen Station Zum ersten Mal "känguruhen" – ein ergreifender Moment

Bei seiner Geburt 12 Wochen vor Termin wog Fenno 1050 Gramm. Statt in den Armen seiner Eltern, lag er im Inkubator. Nach einer Woche durfte seine Mama zum ersten Mal mit ihm "känguruhen".

Mutter mit Frühchen im Arm

Fenno kam 12 Wochen zu früh auf die Welt

"Es war ein ergreifender und glücklicher Moment", erinnert sich Nadine Cwik, "wenn auch etwas ängstlich, weil er so winzig war." Fenno entpuppte sich als Musterfrühchen und wurde nach fast zehn Wochen auf der Intensivstation auf die Neugeborenenstation verlegt und nach weiteren zwei Wochen mit einem Überwachungsmonitor nach Hause entlassen. Die Familie wurde dort von der Sozialmedizinischen Familiennachsorge bestens betreut – ein Angebot, das so nur durch zusätzliche Fördermittel zu finanzieren ist. Herzenssache will mit dazu beitragen, dass Familien wie Nadine und Marek Cwik in den nächsten zwei Jahren in der Klinik und zu Hause rundum gut betreut und in dieser Extremsituation aufgefangen werden.

Familie Cwik fühlte sich in Heilbronn gut betreut, nur die räumliche Enge war oft bedrückend. Auf Station sind derzeit bis zu vier Neugeborene in einem Zimmer, vor jedem Brutkasten steht gerade mal ein Stuhl, Elternzimmer gibt es nicht. Dabei ist es gerade für die Entwicklung von Kindern, die viel zu früh auf die Welt kommen, enorm wichtig, dass die Eltern viele Stunden am Tag in der Nähe ihres Kindes sind und auch mit ihrem Kind "känguruhen".
Die Klinik in Heilbronn hat einen guten Ruf, die Geburtenzahlen steigen. Deshalb soll die Neugeborenen-Station an neue Standards angepasst werden.

Und so hat sich die Stiftung mit der Bitte an Herzenssache gewandt, die Personalkosten für einen Sozialpädagogen und einen Psychologen zu übernehmen, die Eltern in so einer Extremsituation betreuen. Die Kosten dafür werden nur zu einem geringen Anteil von den Krankenkassen übernommen.

Fakten: In der Heilbronner Neonatologie werden jährlich rund 800 Neugeborene behandelt. Die Zahl kleiner Frühgeborener mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm ist dabei um mehr als die Hälfte auf 70 pro Jahr gestiegen.