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Eberbach: Comics machen Lust auf's Lernen Kreative Medienkompetenz

Schüler mit Sprechblasen

"realtimecomics": Aus digitalen Bildern werden Geschichten im Comic-Style

Mitsch Schulz und seine "realtimecomics"

Heute haben schon Zehnjährige ein eigenes Handy, sind auf Facebook, YouTube und Twitter unterwegs. Mit der rasanten Entwicklung der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen sind Eltern und Lehrer oft überfordert. Der Medienreferent Mitsch Schulz widmet sich diesem Thema. Er will aber nicht problematisieren, sondern sinnvolle Hilfestellung leisten. "Ich hatte selber eine schwierige Schulzeit" sagt Schulz. "Der trockene Stoff und der Umgang mit uns Schülern damals, dagegen habe ich mich gewehrt. Erst später habe ich erkannt, dass es auch anders geht, dass man auch Lust aufs Lernen machen kann."

Zwei Personen im Comic-Look schauen auf einen Computer-Bildschirm

Medien sinnvoll in den Alltag integrieren

Das möchte Schulz, wenn er heute mit seinen Schülern arbeitet. Medienkompetenz zu vermitteln heißt dabei für ihn nicht nur, sich kritisch damit auseinanderzusetzen, sondern auch, kreativ damit zu arbeiten. Dazu hat er vor rund drei Jahren ein Konzept entwickelt, das echte Fotos mit Comicelementen kombiniert. Die "realtimecomics" kommen gut an bei den Jugendlichen. Sie reflektieren ihre Erfahrungen in der digitalen Welt, spielen anschließend Situationen und prägnante Erlebnisse in der Gruppe nach. Diese Szenen werden fotografiert und am PC zu comicartigen Bildgeschichten zusammengestellt.

Hilfestellung für Schule, Beruf und Alltag

Das Projekt "realtimecomics" richtet sich an Schüler im sogenannten Berufseinstiegsjahr an der Theodor-Frey-Schule in Eberbach. In diesem Zeitraum haben die Schüler zwar den Hauptschulabschluss schon in der Tasche, doch solange sie keine Ausbildungsstelle haben, bleiben sie weiterhin schulpflichtig. Besonders oft sind Schüler mit Migrationshintergrund oder schwachem sozialen Umfeld betroffen. Während des zweijährigen Projektzeitraums wird den Teilnehmern vor allem eine sinnvolle Mediennutzung für Schule, Beruf und Alltag nahegebracht, die ihnen bei der Bewerbung hilft und die im Berufsleben immer wichtiger wird.

Medienkompetenz durch Bildergeschichten

Comic-Bild: Lehrer gibt  Schülern im Computerrraum die Anweisung, nach ihren facebook-Sicherheitseinstellungen zu sehen.

Medienkompetenz kreativ erarbeiten

Auch jugendrelevante oder problematische Themen wie Urheberrecht und Soziale Netzwerke werden berücksichtigt. Die eigene Medienidentität und das eigene Nutzungsverhalten werden dabei nach dem Konzept von Schulz in den "realtimecomics" reflektiert. "Wenn die Schüler Medien sinnvoll und kreativ in ihren Alltag einbauen, können sie auch viel eher mal verzichten. Sinnvolles Lernen ohne Medienkompetenz ist heute kaum noch denkbar."

Ein weiteres Ziel des Projekts ist, dass die Schüler ein eigenes digitales Informationszentrum organisieren, das fortlaufend vom Förderverein der Schule unterstützt wird. Hier erhalten auch Mitschüler anderer Klassen der Theodor-Frey-Schule Informationen und Hilfestellung zum Thema Medienkompetenz. Da weder Schüler noch deren Eltern die Kosten für das Projekt aufbringen könnten, möchte Herzenssache den Verein bei der Umsetzung finanziell unterstützen.