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Lörrach: Wenn Papa zu viel trinkt Roxane lüftet das Familiengeheimnis

Kinder beim Bogenschießen

Kinder beim Bogenschießen

Roxane lüftet das Familiengeheimnis

Roxane geht seit knapp zwei Jahren einmal pro Woche in die "KISEL-Mädchengruppe". Hier treffen sich Kinder suchtkranker Eltern, die ähnliche Erlebnisse hatten. Roxanes Vater trank regelmäßig, war medikamentenabhängig und drangsalierte die Familie. Wenn er zu Hause war, erlebten ihn die Kinder in der Regel berauscht, dominant und bisweilen auch gewalttätig. Als er die Familie eines Abends mit einer Waffe bedrohte, kam die Wende: Der Vater wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Mittlerweile lebt er von der Familie getrennt. Nach diesem traumatischen Erlebnis nahm die Mutter Kontakt zu "KISEL" auf. Als Roxane in die "Girls-Gruppe" kam, wirkte sie stark verunsichert und traurig. Ihr half es sehr, hier das "Familiengeheimnis", die Alkoholsucht des Vaters, zu lüften. Die Gruppe hilft ihr bis heute, mit dem Erlebten umzugehen, die Schuld nicht bei sich zu suchen und nach vorne zu schauen.

Suchtproblematik in vielen Familien

In Baden-Württemberg leben bis zu 300.000 Kinder suchtkranker Eltern, das bedeutet: etwa jedes siebte Kind unter 15 Jahren ist betroffen. Werden die Zahlen auf den Landkreis Lörrach heruntergerechnet, muss man von 6.000 Kindern ausgehen, die mit einer Suchtproblematik in ihrer Familie konfrontiert sind. Diese Kinder haben ein sechsfach erhöhtes Risiko, später selbst suchtkrank zu werden.

Kinder mit Lamas

Beim Spaziergang können die Kinder ein bisschen abschalten.

Weitere Gruppenangebote für "KISEL-Kinder"

Die Drogen- und Jugendberatung Lörrach bietet deshalb seit 2006 Gruppentreffen für diese Zielgruppe an. Bisher wurden ca. 62 Kinder im Rahmen des Projekts "KISEL" betreut. Momentan gibt es drei kontinuierliche Gruppenangebote: "KISEL-Kids" (gemischte Geschlechter, im Alter von sechs bis elf Jahren), "KISEL Teens" (Jungen im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren) und "KISEL-Girls" (Mädchen im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren). Einzelne Kinder, die noch nicht in eine Gruppe möchten, können auch eine Einzelberatung nutzen.


Durch die schlechte Verkehrsanbindung konnten Kinder aus Rheinfelden nicht an den Gruppenangeboten in Lörrach teilnehmen. Dort bestand aber nach Einschätzung des Jugendamtes ebenfalls ein großer Bedarf. Aus diesem Grund baute die Drogen- und Jugendberatung ein weiteres Gruppenangebot vor Ort auf..