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Ludwigsburg: Gut geschützt vor Cybermobbing Mobbing an Schulen wird immer häufiger

Schülerinnen vor einem Laptop

Jugendliche verbringen viel Zeit vor dem Computer

Machtlos gegen digitale Attacken

Stellen Sie sich folgende Geschichte vor: Peter ist 14 Jahre alt und in seiner Klasse ein Außenseiter. Von seinen Schulkameraden wird er immer gehänselt, weil er sich ihrer Meinung nach uncool verhält. Irgendwann filmt ihn jemand heimlich, als er mit seinen Playmobil-Figuren spielt. Dieses Video kursiert auf dem Schulhof und landet schließlich im Internet. Bald darauf wird Peter nicht nur in seiner Klasse, sondern von der ganzen Schule ausgelacht und verspottet.

Irgendwann ist er so verzweifelt, dass er sich etwas antun will. Doch dazu fehlt ihm der Mut. Er vertraut sich seiner Mutter an, die wendet sich an seine Klassenlehrerin. Gemeinsam beschließen sie, dass Peter die Schule wechseln sollte. Dort ist dann zunächst alles gut, Peter fühlt sich wohl – bis einer seiner neuen Mitschüler das Video im Internet entdeckt. Die Beleidigungen und Demütigungen beginnen von Neuem... Ein klassischer Fall von Cybermobbing – diese Geschichte ist fiktiv, doch erschreckend nah an der Realität.

Junge mit Handy

Cybermobbing wird immer mehr zum Problem

Mobbing an Schulen – immer häufiger in einer neuen Variante

Mobbing an Schulen ist nicht neu, zeigt sich aber immer häufiger in einer neuen Variante: Beleidigungen, Belästigungen, Bloßstellungen und Bedrohungen finden zunehmend anonym in den "Social Networks" statt, per SMS oder auf Facebook. Bis zu 40 Prozent der Jugendlichen sind nach neuesten Statistiken betroffen. Tragwerk e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und bietet familienergänzende und -unterstützende Angebote an.

Schüler bringen eigene Erfahrungen ein

Das Projekt "Cybermobbing – Digitale Geschichten" richtet sich an die Klassenstufen sechs bis acht an Haupt- und Förderschulen. Die Schüler werden zunächst über das Thema Cybermobbing aufgeklärt. Vielen ist oft gar nicht klar, welche Rolle sie selbst beim Mobbing anderer spielen können. Während des Projekts finden und bewerten die Schüler ihre persönliche Einstellung zu Mobbing. In Kleingruppenarbeit wird die soziale Kompetenz gefördert und so der Klassenzusammenhalt gestärkt.

Die Jugendlichen sollen Geschichten schreiben, in die sie ihre eigenen Erfahrungen mit Cybermobbing einfließen lassen. Anschließend setzen sie diese dann unter Anleitung in kleine Kurzfilme um. Hierbei lernen die Schüler mit medialen Ausdrucksformen und Techniken umzugehen, wie zum Beispiel Tonschnitt, Bildbearbeitung und Ton-Bild-Komposition. Am Ende findet eine öffentliche Abschlusspräsentation statt. Den Schülern wird so die Bedeutung ihrer Arbeit bewusst: Mit ihren persönlichen Geschichten tragen sie dazu bei, die Gefahren von Cybermobbing rechtzeitig zu erkennen und sich davor zu schützen. Herzenssache unterstützte Tragwerk e.V. bei diesem medienpädagogischen Projekt und übernahm die Kosten für die Projekttage.