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Simmersfeld-Beuren: Auszeit auf dem Bauernhof Urlaub für Familien mit behinderten Kindern

Simeon mit seiner Mutter

Simeon mit seiner Mutter

Simeon ist ein besonderes Kind

Als Simeon im Jahr 2000 zur Welt kommt, sind die Eltern und seine zwei Geschwister überglücklich. Doch schon nach wenigen Wochen macht sich die Familie Sorgen. Eine erste Diagnose stellt bei dem Neugeborenen eine geringfügige Entwicklungsverzögerung fest. Leider bleibt es nicht dabei. Am Ende zahlreicher Untersuchungen steht fest, dass Simeon an einem genetischen Defekt leidet, der ihn in seiner geistigen Entwicklung stark einschränkt. Die erhöhte Aufmerksamkeit, die Simeon braucht, belastet von Anfang an die ganze Familie. Vor allem sein älterer Bruder Josia kommt sich oft ungerecht behandelt vor, wenn Simeon so viel mehr Zuwendung bekommt.

Heute ist Simeon elf Jahre alt. Ein fröhliches Kind, aber geistig auf dem Niveau eines Dreijährigen. Sein großer Bruder hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass Simeon ein besonderer Junge ist. Die Familie weiß, dass immer jemand da sein muss, der auf ihn aufpasst. Seine Eltern lassen nichts unversucht, um Simeon am Leben teilhaben zu lassen. Aber gerade die Freizeitgestaltung mit einem geistig behinderten Kind ist eine große Herausforderung. Vor allem ein Urlaub für die ganze Familie, der allen Freude bereitet und auch ein wenig Entlastung bringt, ist bisher ein Wunschtraum geblieben.

Ferien für Familien mit schwerstbehinderten Kindern

Bauernhof im Schnee

Urlaub in der Natur

Die AWK-Stiftung hat 2011 einen idyllischen Bauernhof in Simmersfeld-Beuren erworben. Dessen Vorbesitzerin hatte sich von Herzen gewünscht, dass ihr Anwesen nach ihrem Tod für gemeinnützige Zwecke genutzt wird. Die AWK-Stiftung hat daraufhin das Projekt "Familienferien" auf den Weg gebracht. Bald sollen auf dem Hof Familien mit schwerstbehinderten Kindern und deren Geschwistern, den sogenannten Schattenkindern, Urlaub in der Natur machen können. Langweilig wird es ihnen dort sicherlich nicht, denn hier dürfen Pferde, Hasen, Hunde und Hühner gestreichelt und gefüttert werden. An einer Indoor-Kletterwand haben die Geschwisterkinder endlich mal Zeit, mit ihren Eltern hoch hinaus zu steigen. Wer keine Lust auf Aktivurlaub hat, kann im Sinnesgarten die Seele baumeln lassen.

Auch die gesunden Kinder sollen nicht zu kurz kommen

Das Konzept ist so angelegt, dass bis zu vier Familien gleichzeitig auf dem Hof ihre Ferien verbringen können und sich dabei wechselseitig entlasten. So haben die Eltern die Möglichkeit, sich mal voll und ganz auf ihre gesunden Kinder zu konzentrieren. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 798.000 Euro, von denen die AWK-Stiftung 545.000 Euro in Eigenleistung aufbringt. Darüber hinaus haben die Betreiber des Hofs mit viel Eigeninitiative die Sanierung vorangetrieben. Die Stiftung steht mit zahlreichen Kinderkliniken und therapeutischen Einrichtungen in Kontakt.
Stifter Werner Kübler war lange Jahre im Vorstand einer Volksbank, er hat sich mit dem Antrag bewusst an die Kinderhilfsaktion von SWR, SR und Sparda-Bank gewandt. Herzenssache unterstützte die engagierte Stiftung und steuerte 200.000 Euro zum Bau der Ferienhäuser bei.