Bodenschonend, ökologisch, nachhaltig: Susanne und Karsten arbeiten auf ihren Gemüse-Feldern mit Pferd und Pflug statt mit Traktoren

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Mit genau drei Pferdestärken bewirtschaften Karsten Güttler und Susanne Berling 3.000 Quadratmeter Ackerland im Westerwald. Die Computerspezialistin und der Maschinenbauingenieur bauen hier Bio-Gemüse an. Statt Traktoren benutzen sie dazu ihre drei Ardenner-Kaltblüter und alte landwirtschaftliche Geräte, die den Boden nicht verdichten.

„Ich habe mit meinem Pferd Geschwindigkeiten von drei bis vier km/h. Die kann der Traktor im Gemüsebau auch nicht viel schneller. Da bin ich also konkurrenzfähig“, erklärt Karsten.

Bei der Arbeit mit dem Pferd gibt es dafür aber andere Dinge zu beachten: „Man muss ganz gezielt auf das schauen, was man selbst tut und was die Pferde dann tun“, erzählt Susanne. „Ein Schritt zur Seite und die Ernte ist hinüber, die Pflänzchen sind tot.“ Zurzeit betreiben die beiden das Ganze neben ihren Vollzeitjobs. Sie experimentieren mit alten Geräten, Techniken und Gemüsesorten.

25 Kulturen bauen sie gerade an. Kleine Mengen liefern sie an einen benachbarten Bioladen, der die beiden gerne unterstützt und sich über die regionalen Produkte, die kurzen Wege und das erntefrische Gemüse freut. Auch wenn sie im Moment noch nicht punktgenau und in verlässlichen Mengen liefern können; es ist ein Anfang für ihr Projekt und vielleicht auch irgendwann Anlass, sich aus den eigentlichen Berufen zurückzuziehen.

„Das ist natürlich schon ein Traum, da stückweise rauszukommen und hier was Erdiges und Bodennahes als Beruf zu machen. Aber der Weg ist sicherlich sehr lang und auch schwierig, weil wir ja auch unseren Platz finden müssen.“