STAND
AUTOR/IN

Bei Jenny sieht man auf den ersten Blick: Sie ist ein menschliches Kunstwerk. Und damit inzwischen neben ihrer Rolle als Mama und ihrem Job als Bedienung vor allem auch erfolgreiches Tattoo-Model. „Das ist schon witzig: Als Bedienung bin ich so das Tellertaxi – und manche Gäste gehen echt respektlos mit einem um. Und beim Modeln bin ich dann der Star und bekomme alles an den Arsch getragen. Das sind schon zwei Welten.“

„Wenn ich mal nicht da bin, dann fragen die Stammgäste gleich: Wo ist denn die kleine Bunte?"

Jenny, 31, Tattoo-Model und Bedienung aus Ulm

Jenny lacht. Das macht sie ziemlich oft, gerne und lauthals. Mit ihren knapp 160 Zentimetern wuselt die kleine brünette Bedienung durch ein Ulmer Restaurant – und hat für jeden einen Spruch übrig. „Mir ist schon klar, dass die Leute mich anstarren, das ist auch okay so. Aber manchmal haben sie komische Fragen. Zum Beispiel, ob ich eigentlich noch schwitzen kann…“


Von oben bis unten ist ihr Körper großflächig von Tattoos bedeckt – eine Eule auf dem Hals, eine Rose in der Achselhöhle. Einziges Problem: langsam geht der Platz aus. Bis zum Kinn ist sie bereits tätowiert, doch eines kommt für Jenny nicht infrage:

„Ein Gesichts-Tattoo geht gar nicht. Da würden mich meine Kollegen wahrscheinlich auch hauen.“


Ansonsten haben sich selbst im Traditionslokal inzwischen alle daran gewöhnt, dass bei Jenny aus den Ärmeln und unterm Rocksaum des Dirndls bunte Bilder blitzen. Auch von ihrer Familie bekommt Jenny Rückhalt: „Mein Papa ist ja Türke, da könnte man jetzt etwas anderes erwarten, aber der ist total stolz auf mich. Der hat jedes Bild von mir auf dem Handy, zeigt das dann rum und sagt: Das ist meine Tochter, da hab‘ ich mal was richtig gemacht im Leben.“ Ganz besonders wichtig ist Jenny auch, dass auch ihre siebenjährige Tochter mit ihrer Körperkunst aufwächst. Ein erstes eigenes Tattoo würde sie aber auch erst mit 18 bekommen – ganz traditionell.

„Obwohl man das nicht denkt, bin ich glaube ich konservativer eingestellt, als so manch anderer.“

Mehr zum Thema

Lilith sieht ihren Körper als Kunstwerk

„Mit 16 habe ich meinen ersten Zungenpiercing zum Geburtstag bekommen.“ Lilith Whitic, aus der Nähe von Bad Kreuznach, findet den menschlichen Körper sehr ästhetisch.  mehr...

Wer steckt hinter Mr. Cool Ice aus Mainz?

Mr. Cool Ice ist in Mainz hauptsächlich für seine Tattoos am ganzen Körper bekannt. Hinter der Kunstfigur steckt Thomas Steinberger. Er hat 1996 angefangen, sich zu tätowieren.  mehr...

Mit seinen Tattoos fällt Artchie sofort auf

Viele Tattoos zieren den Körper von Artchie aus Stuttgart. Dazu kommen Piercings und eine gespaltene Zunge. Das fällt auf und schürt bei vielen Vorurteile - dabei möchte er einfach nur er selbst sein.  mehr...

Mehr Heimat

Peter macht auf 50 m² ausgezeichnete Garagen-Weine

Peter Burens betreibt in der Saarburger Innenstadt ein kleines Garagen-Weingut im Nebenerwerb. Der Riesling von seinem „SaarWeinGut“ wächst an den Steilhängen des Saartals.  mehr...

Mit spitzer Feder auf Tierjagd

Markus ist Illustrator und zeichnet Tiere. In der Wilhelma sucht er sich lebende Modelle, um die Details möglichst genau zu treffen.  mehr...

„Du musst dir selber geben, was du brauchst.“

Mira hört meistens auf ihr Bauchgefühl. Jetzt möchte sie das, was ihr gut tut, zu ihrem Beruf machen.  mehr...

Erzähl uns Deine Story

Du kennst jemanden, dessen Geschichte wir unbedingt erzählen müssen oder Du hast selbst etwas zu erzählen? Dann sende uns einen Hinweis.  mehr...

Folg uns auf Instagram

SWR Heimat BW
💓Wir lieben das echte Leben
🌎Menschen in BaWü
🎥Geschichten und Gefühle
💫Ganz normal bis abgefahren  mehr...

Das Heimat-Team stellt sich vor

Heimat Team  mehr...

STAND
AUTOR/IN