"Mir ist schon klar, dass die Leute mich anstarren."

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Bei Jenny sieht man auf den ersten Blick: Sie ist ein menschliches Kunstwerk. Und damit inzwischen neben ihrer Rolle als Mama und ihrem Job als Bedienung vor allem auch erfolgreiches Tattoo-Model. „Das ist schon witzig: Als Bedienung bin ich so das Tellertaxi – und manche Gäste gehen echt respektlos mit einem um. Und beim Modeln bin ich dann der Star und bekomme alles an den Arsch getragen. Das sind schon zwei Welten.“

„Wenn ich mal nicht da bin, dann fragen die Stammgäste gleich: Wo ist denn die kleine Bunte?"

Jenny lacht. Das macht sie ziemlich oft, gerne und lauthals. Mit ihren knapp 160 Zentimetern wuselt die kleine brünette Bedienung durch ein Ulmer Restaurant – und hat für jeden einen Spruch übrig. „Mir ist schon klar, dass die Leute mich anstarren, das ist auch okay so. Aber manchmal haben sie komische Fragen. Zum Beispiel, ob ich eigentlich noch schwitzen kann…“


Von oben bis unten ist ihr Körper großflächig von Tattoos bedeckt – eine Eule auf dem Hals, eine Rose in der Achselhöhle. Einziges Problem: langsam geht der Platz aus. Bis zum Kinn ist sie bereits tätowiert, doch eines kommt für Jenny nicht infrage:

„Ein Gesichts-Tattoo geht gar nicht. Da würden mich meine Kollegen wahrscheinlich auch hauen.“


Ansonsten haben sich selbst im Traditionslokal inzwischen alle daran gewöhnt, dass bei Jenny aus den Ärmeln und unterm Rocksaum des Dirndls bunte Bilder blitzen. Auch von ihrer Familie bekommt Jenny Rückhalt: „Mein Papa ist ja Türke, da könnte man jetzt etwas anderes erwarten, aber der ist total stolz auf mich. Der hat jedes Bild von mir auf dem Handy, zeigt das dann rum und sagt: Das ist meine Tochter, da hab‘ ich mal was richtig gemacht im Leben.“ Ganz besonders wichtig ist Jenny auch, dass auch ihre siebenjährige Tochter mit ihrer Körperkunst aufwächst. Ein erstes eigenes Tattoo würde sie aber auch erst mit 18 bekommen – ganz traditionell.

„Obwohl man das nicht denkt, bin ich glaube ich konservativer eingestellt, als so manch anderer.“

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