Gerda steht in ihrem Dorfladen und lächelt, hinter hier liegen Brötchen und Brot im Regal.

80-Jährige schmeißt „Tante-Gerda-Laden“ und erhält Dorfleben

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AUTOR/IN
Harald Röhrle

Gerda arbeitet bereits seit 60 Jahren im Dorfladen von Renquishausen bei Tuttlingen. Seither ist die 80-Jährige als gute Seele im Laden für ihre Kunden da.

Ich könnte mir nicht vorstellen, mit dem Arbeiten aufzuhören und der Laden wäre noch hier, ohne mich.

60 Jahre im Dorfladen

Dienstags und freitags klingelt bei Gerda um 4:30 Uhr der Wecker. Eine Stunde später geht im „Tante-Gerda-Laden“ in Renquishausen das Licht an. Bereits seit 60 Jahren arbeitet die 80-Jährige in dem kleinen Dorfladen, welcher direkt an ihr Wohnhaus grenzt. Von ihrer Küche aus muss sie nur durch eine Schiebetür und die Treppe runter in den Verkaufsraum gehen.

Der Kunde ist König

Offiziell öffnet der Laden um 6:30 Uhr. Kunden und Kundinnen, die schon früher kommen, werden aber trotzdem bedient. „Wir haben noch nie jemanden vor dem Haus stehen lassen. Wenn es dem Kunde pressiert, soll er auch schnell bedient werden“, betont Gerda.

Herzlichkeit steht an erster Stelle

Gemeinsam mit einer Kollegin schmeißt sie den Dorfladen. Und Herzlichkeit wird dort großgeschrieben: „Gerda ist einfach so eine herzensgute Person. Sie hat immer ein offenes Ohr und verbindet das Leben vom Ortskern“, sagt eine Stammkundin. Auch der Bürgermeister kommt oft zum Frühstück vorbei: „Hier kommt man her. Hier spricht man miteinander und kommuniziert. Das ist einfach wichtig“, erklärt er. 

Kunden schätzen Gerda sehr

Vor kurzem feierte Gerda ihren 80. Geburtstag und ihr 60. Dienstjubiläum. „Es sind so viele Geschenke und Karten gekommen: ‚Wir sind froh, dass wir dich haben.‘ Irgendwie war das so rührend. Da wird einem erst bewusst, wie wichtig ich für Kunden bin“, sagt Gerda mit Tränen in den Augen.

Um 13:00 Uhr schließt der „Tante-Gerda-Laden“ wieder. Doch die 80-Jährige will ihn noch so lange öffnen, wie es geht.

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