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Krisenreporter Wolfgang aus Reutlingen war schon an Brennpunkten in Afghanistan, Syrien und Nigeria, in seinen Reportagen schreibt er über Zerstörung und Leid.

„In erster Linie bin ich Mensch – in zweiter Linie Journalist.“

Wolfgang, 49, Krisenreporter aus Reutlingen

„Ich schaffe es nur teilweise, mich abzugrenzen. Ein Teil der Begegnungen bleibt immer an einem haften. Manche Begegnungen werden zu Freundschaften – die gehen weit über meine Arbeit als Journalist hinaus.“

„Trotz allem darf ich das Leid, das ich sehe, nicht zu meinem eigenen machen. Ich könnte sonst meinen Beruf auf Dauer nicht ausführen.“

Beruf Journalist: Abgrenzen ohne Abzustumpfen

Wolfgang Bauer ist in den Krisengebieten unserer Welt unterwegs. Mit seinen Reportagen gewährt er Einblicke in Situationen, die von Zerstörung, Krieg und Angst geprägt sind. 

Nach kurzem Schweigen sagt er: „Das Abgrenzen lernen, ist ein komplizierter Vorgang, der Jahre dauert: Man muss für sich herausfinden, wie man mit diesen Situationen am besten umgeht. Dabei ist es wichtig, für sich Wege zu finden, um auf der anderen Seite auch nicht abzustumpfen.“ 

Warum gibt es diese Krise?

Wolfgang beschäftigt sich immer auch mit den Geschichten der einzelnen Menschen, nicht nur mit den Daten und Fakten.

„Wir werden überflutet von angeblichen Fakten, also von Zahlen und Statistiken. Wir kennen aber nicht die menschliche Dimension, die sich dahinter verbirgt.“

Einfühlungsvermögen zeigen, Ursachen verstehen

„Ohne die emotionalen und philosophischen Gedanken dahinter zu verstehen, können wir die Ursache für die jeweilige Krise nicht verstehen. Man muss sich Zeit nehmen und den Menschen zuhören, um zu begreifen, was die Problematik ist. Dafür lasse ich mich auf die Leute ein und fühle mit ihnen.“

Wolfgang hat unter anderem für „Die Zeit“ aus Afghanistan, Syrien oder Nigeria berichtet.  In seinem 2018 erschienenen Buch „Bruchzone“ hat er einige eindringliche Reportagen zusammengestellt. 

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