Lachen ins Dunkle bringen: Das Leben eines Klinikclowns

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Stefan Bächle
Stefan Bächle (Foto: SWR)
Theresia Blömer

Seine Bühne sind Patientenzimmer, seine Zuschauer Verletzte, Kranke oder sogar Sterbende. Andreas aus Ravensburg ist Klinikclown und sorgt für befreite Momente zwischen Schmerz und Alltag.

„Erst letztens habe ich vor einer 22-Jährigen gespielt, die im Sterben lag. Ihr Freund und ihre Geschwister lagen mit im Bett. Das war eine ganz große Ehre.“

Später in der Umkleide hätten sich seine Clownskollegen und er erst einmal fest umarmt, erzählt Andreas weiter. „Für diese Momente bin ich unendlich dankbar". Ein Clown bringe die Menschen eben nicht nur zum Lachen, er sorge vor allem für die Befreiung von Schmerz und Alltag.

„Ein Clown erlöst, wenn er Eltern nach einer anstrengenden Zwillingsgeburt endlich zum Weinen bringt. Er lässt Jugendliche innehalten, wenn sie nicht fassen können, wie bescheuert sich ein Clown verhalten kann. Er berührt ein Kind in der Seele, wenn das kleine Kind dem großen Clown etwas vormacht, das der Clown einfach nicht schafft. “

Andreas ist mitten im Schwarzwald aufgewachsen. Die Familie hat sich gewünscht, dass er die  Kuckucksuhrenfirma seines Vaters übernimmt. Doch er entschied sich anders, machte eine ergotherapeutische Ausbildung in Reutlingen.

„Dort gab es einen Lehrer, der mich zutiefst beeindruckt hat. Nebenbei war er Clown in Tübingen. Das musste ich dann auch werden.“

Mittlerweile arbeitet Andreas seit über 20 Jahren im Clowngewerbe und leitet seine eigene Ravensburger Clownschule. Trotzdem ist es ihm wichtig, regelmäßig selbst in Kostüme zu schlüpfen. Im Altenheim spielt er dann den „August“, im Kinderkrankenhaus „Dr. Würfel“.

„Wenn ein Kind traumatisiert ist oder bald sterben wird, werde ich vorher informiert. Dann gibt Dr. Würfel wirklich alles. Da bin ich dann manchmal auch ganz dankbar, dass Dr. Würfel so ein schräger Typ ist, der nicht genau blickt, was um ihn herum geschieht.“

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