Anna ist eine waschechte italienische Schwäbin

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Was macht eine italienische Schwäbin aus? Gelassenheit? Oder Temperament? Kreatives Chaos oder Ordnungsliebe? Unsere Zufallsbegegnung Anna, Beiköchin aus Rottenburg, hat es uns erzählt.

 „Bei meiner jetzigen Arbeit fehlt mir der direkte Kontakt zu Menschen.“

In den letzten Jahren ging es in Annas Familie durch ihre Kinder turbulent zu. Jetzt, wo alles etwas zur Ruhe gekommen ist, würde sie gerne Abwechslung in ihr Leben bringen. „Ich fühle mich zwar sehr wohl in meinem Job als Beiköchin, aber ich sehne mich danach, wieder im Einzelhandel zu arbeiten – das habe ich früher lange gemacht.“

Seit zehn Jahren arbeitet Anna in der Küche: „Mir fehlt einfach der direkte Kontakt zu Menschen. Ich schaue mich zwar um, aber die neue Stelle muss sich für mich auch lohnen. Einzelhandel oder Verkauf, einfach etwas mit Menschen, ich denke, da kann ich mich mehr entfalten:

„Ich bin eben eine Labertante, Punkt.“

Annas Eltern stammen beide aus Italien, sie selbst wuchs auf der Schwäbischen Alb auf. Der italienische Einfluss nahm mit Anfang 20 zu, als sie ihren Exmann – auch ein italienischer Schwabe – heiratete.

Anna steckt voller Temperament. Dennoch mag sie es strukturiert. Ob sie sich vorstellen könnte, in Italien zu wohnen? Ihre Antwort kommt schnell:

„Nein, null, niente – das kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich habe auch Schwierigkeiten damit, wenn ich hier in Deutschland Italiener kennenlerne, die in zehn, 15 Jahren wieder nach Italien wollen – das schreckt mich ab.“

„Ich würde damit nicht klarkommen. Wir sind hier einfach alles anders gewohnt, ein Beispiel dafür sind Amtsgänge: Wenn ich in Italien bin und dort auf ein Amt gehe, heißt es immer: ‚Ach ja, das können wir später erledigen, komm‘ einfach in ein paar Stunden oder in ein paar Tagen wieder.‘ Wenn man da um zehn Uhr einen Termin hat, steht man da und es ist kein Mensch zu sehen. Um Zwölfe ist immer noch keiner da.“

„Diese Gemütlichkeit, dieses Lockere, damit hätte ich Probleme, weil ich das von hier einfach nicht gewohnt bin.“

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