Passion Piercen

Passion Piercen

Piercerin Andrea aus Mössingen (Foto: SWR, Steff Molitor)
Steff Molitor
Steff Molitor
Steff Molitor
Steff Molitor

Mit 18 ließ sich Andrea aus Mössingen zum ersten Mal piercen. Ihre Eltern sind bis heute dagegen. Trotzdem ist sie ihrer Leidenschaft treu geblieben.

„Ich bin ein riesiger Piercing- und Tattoofan. Das selbst zu machen, war schon immer mein Traum.“

Andrea, 27, Piercerin

Andrea ist diesem Traum gefolgt und pierct mittlerweile professionell. Noch ist sie aber hauptberuflich Heilerziehungspflegerin. „Irgendwie habe ich in das Hobby dann aber doch so viel Herz, Energie und Leidenschaft gesteckt, dass mir ein kleines Räumle bei irgendeinem Tätowierer zu wenig war. Und dann war 2015 hier der Laden in Mössingen frei. Ich habe gedacht: Jetzt probierst du es halt mal aus – kann ja nur schiefgehen. Am Anfang habe ich nur Schmuck gekauft, den ich selbst cool fand. Ich dachte: Wenn der Laden nicht läuft, dann hast du wenigstens Sachen, die dir gefallen und nicht irgendeinen Kruscht.“

Piercerin Andrea aus Mössingen (Foto: SWR, Steff Molitor)
Steff Molitor

Generationenkonflikt in der eigenen Familie

„Meine Eltern fanden den Plan am Anfang gar nicht toll. Ich glaube, meine Mutter hat bis heute daran zu knabbern. Das sind halt zwei ganz bodenständige, konservative Schwaben. In ihrer Generation war das Piercen einfach nicht so üblich. Mein erstes Piercing hatte ich deshalb auch erst mit 18 Jahren, meine Freundinnen hatten alle früher schon eins. Für meine Eltern kam das vorher nie in Frage – mehr als Ohrlöcher ging nicht. Als ich dann volljährig war, habe ich mich ausgetobt und es kam jeden Monat ein neues Piercing dazu. Die Ästhetik gefällt mir eben, das ist mein Schönheitsideal. Um selbst piercen zu dürfen, habe ich eine Schulung gemacht.“

„Man fängt erstmal an, an einer Banane und Gurke zu üben. Später probiert man es an sich selbst oder an Freunden.“

Erst wenn sich die Routine eingestellt hat, pierct Andrea auch Kunden. „Es gibt heute immer noch Piercings, vor denen ich Respekt habe, weil man sie einfach nicht so oft sticht – wie zum Beispiel seltene Intimpiercings. Nasenrücken- oder Wangenpiercings mache ich gar nicht. Da verlaufen wichtige Gesichtsnerven und das Risiko ist es mir einfach nicht wert. Ich will, dass ich gut schlafen kann und hier jeder mit einem guten Gefühl rausgeht.“