Alleinerziehende Mutter und gehörlos: Manuela tut alles für ihre Kinder

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Manuela aus Albstadt ist gehörlos und hat drei Söhne. Sie alle sind hörend. Zusammen bestreiten sie den Alltag mit allem, was dazu gehört: von der Pupertät bis hin zum gemeinsamen Kinobesuch.

„Mehr Angebote und Barrierefreiheit im Allgemeinen wünsche ich mir sehr, dafür kämpfe ich.“

Manuela Kleiner, 44, gehörlose alleinerziehende Mutter aus Albstadt

2009 kam Manuela ins Schwabenland – der Liebe wegen. Das Familienglück zerbrach, als ihr Mann gewalttätig wurde. „Ich hatte kein Glück in der Beziehung, wir haben viel gestritten und es war ein Riesenchaos“, erinnert sie sich. „Jetzt geht es bergauf. Ich bin frisch verliebt und habe einen neuen Freund. Er ist auch gehörlos und wir verstehen uns sehr gut.“

Manuelas Kinder sind hörend. „Meine Jungs sind mit der Gebärdensprache groß geworden, das läuft ganz automatisch. Mein Großer ist 15 und steckt gerade mitten in der Pubertät, das ist nicht einfach, aber ich glaube, das wäre es auch nicht, wenn ich hörend wäre.“

Bei vielen Dingen braucht Manuela aber auch Hilfe. Sie kennt es nicht anders. „Als bei meinem ältesten Sohn ein Schulwechsel anstand, gab es viele bürokratische Hürden. Ohne die Hilfe unserer Familienbetreuerin hätte ich es nicht geschafft." Auch bei Arztbesuchen sei es wichtig, einen Dolmetscher dabei zu haben:

„Die Dolmetscher sind oft total ausgebucht, es gibt viel zu wenig davon. Oder stellt euch vor, ich muss einen Notarzt rufen. Es gibt schon viele Barrieren im Alltag, mit denen wir Gehörlosen zu kämpfen haben."

„Bei Ämtern oder Behördengängen werden die Kosten für einen Dolmetscher erstattet, aber oft muss man sie selbst bezahlen, und das ist teuer. Unabhängig davon sind barrierefreie Veranstaltungen echt eine Seltenheit."

„Es wäre doch toll, wenn mein Freund und ich auch mal gemeinsam ein barrierefreies Event besuchen, genießen und verstehen könnten.“

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