Gegen den Widerstand ihrer Eltern: Tattoo-Fan Andrea lebt ihren Traum

Gegen den Widerstand ihrer Eltern: Tattoo-Fan Andrea lebt ihren Traum

Als 2015 ein Laden in Mössingen frei wurde, griff Andrea zu: Sie eröffnete ihren eigenen Tattoo- und Piercingladen. Ihre Eltern fanden das nicht so toll.

"Ich bin ein riesiger Piercing- und Tattoo-Fan. Das selbst zu machen, war schon immer mein Traum."

Andrea, 27, aus Mössingen

"Momentan mache ich das aber noch nicht hauptberuflich - ich bin eigentlich Heilerziehungspflegerin, habe immer sechs Nachtwachen. Irgendwie habe ich in das Hobby dann aber doch so viel Herz, Energie und Leidenschaft gesteckt, dass mir ein kleines Räumle bei irgendeinem Tätowierer zu wenig war.

Und dann war 2015 hier der Laden in Mössingen frei. Ich habe gedacht: Jetzt probierst du es halt mal aus - kann ja nur schiefgehen. Am Anfang habe ich nur Schmuck gekauft, den ich selbst cool fand. Ich dachte: Wenn der Laden nicht läuft, dann hast du wenigstens Sachen, die dir gefallen und nicht irgendeinen Kruscht. Meine Eltern fanden den Plan am Anfang gar nicht toll."

"Ich glaube, meine Mutter hat bis heute dran zu knabbern."

"Das sind halt zwei ganz bodenständige konservative Schwaben. In ihrer Generation war das Piercen einfach nicht so üblich. Mein erstes Piercing hatte ich deshalb auch erst mit 18 Jahren, meine Freundinnen hatten alle früher schon eins. Für meine Eltern kam das vorher nie infrage – mehr als Ohrlöcher ging nicht. Als ich dann volljährig war, habe ich mich ausgetobt und es kam jeden Monat ein neues Piercing dazu.

Die Ästhetik gefällt mir eben, das ist mein Schönheitsideal. Um selbst piercen zu dürfen, habe ich eine Schulung gemacht. Man fängt erstmal an, an einer Banane und Gurke zu üben. Später probiert man es an sich selbst oder an Freunden. Erst wenn sich das verfestigt hat, geht man an die Kunden.

Es gibt heute immer noch Piercings, vor denen ich Respekt habe, weil man sie einfach nicht so oft sticht - wie zum Beispiel seltene Intimpiercings. Nasenrücken- oder Wangenpiercings mache ich gar nicht. Da verlaufen wichtige Gesichtsnerven und das Risiko ist es mir einfach nicht wert."

"Ich will, dass ich gut schlafen kann und hier jeder mit einem guten Gefühl rausgeht.“

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