Mitten im Sturm

Dauer

Wenn sich alle anderen bei einem drohenden Unwetter in Sicherheit bringen, fängt Marcos Job erst an. Der Reutlinger ist Meteorologe und Dokumentarfilmer und berichtet als Reporter über extreme Wetterphänomene auf der ganzen Welt.

"Tornados, Hurrikans, Schneestürme, Hagel und Vulkanausbrüche – es gibt eigentlich nichts, was ich noch nicht erlebt habe."

Marco, 32, Extremwetter-Reporter

Braut sich am Himmel was Ordentliches zusammen, beginnt für Marco die Arbeit. Er muss seine Tour planen. Das Ziel: so dicht wie möglich an die Unwetterzelle heranzukommen.

„Wenn man selbstständig ist, ist man rund um die Uhr im Einsatz. Man hat immer seinen Rechner und die Wettermodelle im Blick und guckt, was in der Atmosphäre abgeht.“

Obwohl sich Marcos Familie mittlerweile an den außergewöhnlichen Job gewöhnt hat - Sorgen macht sie sich trotzdem.

„Meine Frau und meine Kinder wissen, dass ich nicht völlig lebensmüde da draußen rumrenne. Sicherheit geht vor. Seit ich Familienvater bin, gehe ich nicht mehr so ein hohes Risiko ein - man hat einfach eine größere Verantwortung.“

Und wie gefährlich Naturgewalten werden können, zeigen Marco immer wieder die Spuren der Verwüstung, auf die er während seiner Reisen trifft:

„Eigentlich geht es in meinem Job ja ums Wetter und nicht um die Schäden. Aber natürlich sieht man schlimme Dinge. Man sieht auch großes Leid. Wenn man direkt vor Ort ist, dann hilft man und legt die Kamera zur Seite.“

Und auch wenn er selbst schon in der ein oder anderen gefährlichen Situation war: „Aus extremen Situationen lernt man. Aber deswegen einen Rückzieher machen? Niemals.“

Mehr Heimat

45 Sekunden Brezel

Dünn und knusprig in der Mitte, dick und weicher an der goldbraunen Außenseite – so sieht eine traditionelle Laugenbrezel aus. Außerdem besteht sie aus wenigen Zutaten: Mehl, Salz, Hefe, Wasser und Butter. Konservierungsstoffe sollten tabu sein. „Ist zu viel Luft drin, deutet das eher auf Billig-Aufbackware hin“, sagt einer, der es wissen muss. Der 31-jährige Patrik Blau ist Chef der letzten verbliebenen Brezelbäckerei in Speyer. Und Speyer ist in Bezug auf die Brezel nicht irgendeine Stadt: Die Brezel ist hier „Nationalgebäck“ und wird mit einem mehrtägigen, riesigen Volksfest gefeiert. Dann schieben die Bäcker Überstunden und schlingen rund 1.000 Brezeln in einer halben Stunde von Hand. Mit ein wenig Übung und Geduld bekommt man das auch zuhause hin. Man muss den Teig ja nicht wie die Profis in der Luft schlingen, sondern kann das auch auf der Arbeitsfläche machen. Das dauert länger, liefert aber schneller brauchbare Ergebnisse. Vorsicht mit der Natronlauge, mit der die Brezel vor dem Backen bestrichen werden muss. Die Lauge ist ätzend, vor allem unverdünnt, sollte nicht in die Hände von Kindern gelangen und mit Schutzhandschuhen aufgetragen werden. Aber keine Angst: Nach dem Backen kann die Lauge bedenkenlos gegessen werden. Die verleiht der Brezel ja gerade ihren typischen Geschmack. „Ich esse die Brezel am liebsten mit Butter, wenn sie gerade aus dem Ofen kommt.“ Damit ist Patrick Blau sicher nicht allein. Brezeln schmecken aber auch gut zu Spundekäse, Weißwürsten oder Käse. Und wenn Brezeln übriggeblieben sind, macht man daraus Brezelknödel oder Brezelsalat.  mehr...