Mako macht Jazz mit der Sprühdose

Dauer

Wenn Mako aus Tübingen anfängt zu sprayen, weiß er oft nicht, was am Ende dabei rauskommt. Was er aber ganz genau weiß: Grafitti ist genau sein Ding, das er sich hart erarbeitet hat.

„Immer besser werden, immer bessere Buchstaben zu malen, immer wilder, immer schöner - Graffiti ist für mich immer wie eine Art Challenge.“

Mako, 30, Sprühkünstler aus Tübingen

Marco bezeichnet sich nicht gerne als Graffiti-Künstler, er sieht sich lieber als Sprühkünstler: „Ich male nicht nur Buchstaben, ich gehe mit der Dose um. Sprich, wenn jemand kommt und ein Wunschmotiv haben will, setze ich das mit der Sprühdose um.“

Vom Graffiti zum Jazzfiti

„Graffiti ist für mich der Ursprung, die urbane Ausdrucksform auf der Straße.“ Trotzdem hat er erst mal klassisch angefangen. „Ich habe mit Buchstaben und Blocks begonnen. Irgendwann habe ich mich dann mit meinem Pseudonym Mako weiterentwickelt. Inzwischen gestalte ich die Buchstaben ziemlich frei und abstrakt. Das nenne ich ‚Jazzfiti‘.

„Ich vergleiche das mit Jazzmusik. Da gibt es oft kein Ende oder man weiß gar nicht, wo es hinführt.“

„Man kann das ausreizen bis zum kleinsten Punkt, hier noch ein kleines Highlight, hier noch eine Linie hin.“ Dabei ist Graffiti immer schon mehr für ihn gewesen: „Die Kunst, die ich ausübe, bedeutet für mich, frei zu sein, aus dem Alltag zu fliehen."

„Andere Leute machen Sport, ich geh raus und male Wände. Das ist für mich Ausgleich und Ausdrucksform gleichzeitig.“ Deswegen hat der Tübinger auch seinen ‚Brotberuf‘, wie er es nennt, auf 60 Prozent runtergeschraubt. Den Rest der Woche widmet er seiner Auftragsarbeit als Künstler.

Luxus und Arbeit

„Arbeit ist wichtig, um seine Miete zu zahlen. Aber um mich selbst zu verwirklichen, habe ich was anderes gefunden, und das ist die Malerei. Das ist schon ein richtiger Luxus, den ich mir aber auch hart erarbeitet habe.“

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