Ist das Kunst oder kann das weg?

Dauer

Mad Matze aus Balingen war früher illegal mit der Spraydose unterwegs. Heute engagiert er sich für junge Künstler auf der ganzen Welt.

„Das älteste Graffiti ist die Höhlenmalerei. Das ist ein Urgedanke der Menschheit, einen Farbträger zu beschmieren.“

Mad Matze Bartl, 40, Streetart-Sprayer

„Mit dem Bild zeig' ich, wie man auf die Schnelle was sprayen kann. Das geht ruckizucki, wenn die Schablonen fertig sind. Streetart muss schnell gehen, wenn du auf der Straße bist.“

Früher war Mad Matze als illegaler Sprayer unterwegs, heute realisiert er soziale Kunstprojekte. Er verkauft seine Werke in die ganze Welt und hilft Nachwuchskünstlern, in der legalen Streetart-Szene Fuß zu fassen.

„Mein Wandel hat nichts mit Mainstream zu tun. Die Strafen sind hoch, ich habe Familie und trage Verantwortung. Die Straße ist sowieso ’ne Sackgasse. Wenn man illegal unterwegs ist, kommt man nicht weiter.“

„Das Schönste ist es doch, wenn ein Maler sein Bild hergeben kann.“

„So hat es die urbane Streetart auf die Leinwand geschafft. Schaut euch Banksy an, der ist jetzt bei Sotheby’s. Mein Anspruch ist, dass meine Streetart in den Nobelhäusern hängt – eine geile Vorstellung, oder?“

Mit Kunst will der Balinger nicht in Verbindung gebracht werden. „Kunst ist Industrie. Jeder sagt von sich, er sei Künstler und besser als die anderen. Was Kunst ist, entscheidet letztendlich der Betrachter. Ich liefere ihm ein Prozent davon, über den Rest kann er sich den Kopf zerbrechen.“

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