Frei und unabhängig: Gofi wohnt im Wohnwagen

Dauer

Wenn man wenig Geld ausgibt, muss man weniger erarbeiten - das ist der Grund, warum Gofi seit zwei Jahren im Wohnwagen in Hausen an der Lauchert lebt.

„Ich mach das, weil ich an Luxus keinen Spaß habe.“

Gottfried, 68, Hausen an der Lauchert

„Das ist eine Vorliebe von mir: irgendwelche haltlosen Wohnsituationen.“ Gottfried räuspert sich und überlegt: „Ich bin in den 70er-Jahren groß geworden – mit Hausbesetzung und Kapitalismusverweigerung. Daraus entsteht auch eine gewisse Art zu denken. Gleichzeitig ist es ökologisch, hier zu leben, ich habe ja keine Ressourcen verbraucht, um das hier zu bewerkstelligen, brauche kaum Strom. Von daher trifft es viele Aspekte, die ich gerne so haben möchte. Und deswegen lebe ich so, wie ich lebe.“

Gottfried wohnt in einem alten Wohnwagen, der bei seinem Bruder im Garten steht. Seit zwei Jahren lebt er so. Seinen Unterhalt verdient er als Kraftfahrer.

„Wenn man wenig braucht, muss man weniger erarbeiten. Sprich: Man hat mehr Zeit und man muss anderen Leuten nichts wegnehmen, was mir wichtig ist. Und das, was landläufig abgeht, ist ein ziemlicher Hassel und zu viel Raffgier. Das ist kein Umgang.“

Gofi lebte schon immer gerne in baufälligeren Gegenden – darauf legt er sogar Wert. „In der Regel wird die Vergänglichkeit gerne aus unserer Sicht rausgehalten, weil sie letztendlich Tod bedeutet. Der Mensch richtet sich deshalb gerne so ein, dass er alles schön und aufgeräumt um sich herum hat, sodass er die Vergänglichkeit kontrollieren kann. Ich finde es aber gesünder für den Kopf, wenn man öfter mal daran erinnert wird. Ich würde es nicht missen wollen. Weil es mir doch auch einige Einblicke ins tiefere Sein gebracht hat.“

„Es macht mich glücklich, dass ich relativ unabhängig bin, dass ich nachhaltig lebe, dass ich günstig lebe, dass ich wenig arbeiten muss, dass ich viel Zeit für mich habe. Ich habe das erreicht, was ich möchte.“

STAND