17 Jahre als Seemann

17 Jahre als Seemann

Seemann Wilfried aus Ofterdingen (Foto: SWR, Stefanie Molitor)
Stefanie Molitor

Von Baden-Württemberg auf die Meere dieser Welt – Wilfried aus Ofterdingen fuhr jahrelang zur See. Heute ist er Rentner, aber die Liebe zum Meer und die Erinnerungen an die damalige Zeit sind immer noch ein Teil von ihm.

„Insgesamt 17 Jahre war ich auf See – das vermisse ich schon. Die Liebe zum Meer wird immer bleiben."

Wilfried, 72, ehm. Seemann

Angefangen hat Wilfried als Feuerwehrmann an Bord. "Danach war ich als Bootsmann auf den Schiffen unterwegs. Ich war in der Karibik, in Japan, Haiti, Patagonien und am Persischen Golf. Manchmal träume ich, ich fahre noch zur See oder treffe Leute von früher.“

Seemann Wilfried aus Ofterdingen (Foto: SWR, Stefanie Molitor)
Stefanie Molitor

Harter Alltag als Seemann

„Manchmal lagen wir zwei Wochen draußen vor Anker, bevor wir in kleineren Häfen überhaupt einen Liegeplatz bekommen haben."

„Die Arbeit war hart, richtige Handarbeit. Nicht wie heute, wo sie einfach ein paar Kisten an Deck aufstellen."

Und dabei ging es auch schon zu Wilfrieds Zeiten nicht nur um leichte Fracht, sondern auch um Schwergut wie Lokomotiven und Brückenteile. „Bei schlechtem Wetter haben wir bis zum Hals im Wasser gestanden, dann riss sich die ganze Ladung los, rutschte hin und her und wir mussten sie wieder einfangen. Da musste man aufpassen, dass man von den großen Tanks und Containern nicht zerquetscht wurde. Das war richtig gefährlich – sowas kennen die heute auf den Schiffen gar nicht mehr."

Rückkehr in die Heimat

„Während der Schifffahrt habe ich auch oft Antiquitäten gekauft, dafür hatte ich schon immer ein Faible. Bei Auktionen konnte ich sie dann weiterverkaufen und ein bisschen Geld damit machen. Später wurde das dann mein Job. Als mein Vater gestorben ist, bin ich von Bremen nach Baden-Württemberg gekommen, um das Haus meines Vaters zu renovieren. Ich bin an den Wochenenden immer aus dem Norden hierher gefahren – vier Jahre lang. Das waren ganz schöne Strecken.

Aber unterwegs sein, das gehört für mich irgendwie dazu – ob auf Schiffen oder im Auto, ob damals auf dem Weg zu meiner Frau nach Riga, auf dem Weg zu meinen Freunden nach Weißrussland oder in den Sommerurlaub nach Spanien.“