Darum räumt Thomas deinen Müll auf

Thomas aus Stuttgart hat 2018 das Cleanup Netzwerk gegründet und organisiert regelmäßig Putzevents im öffentlichen Raum.

„Viele Menschen in meinem Umfeld kommen auf mich zu und sagen: Seitdem ich das mit den Kippen weiß, mache ich das nicht mehr.“

Thomas, 37, Gründer des Cleanup Networks
Thomas vom Cleanupnetwork (Foto: SWR)

Thomas hat das Cleanup Netzwerk gegründet und organisiert seit 2018 sogenannte Cleanups, das sind Putzevents, bei denen sich Leute für ein paar Stunden treffen um ein Stadtviertel, einen Spielplatz oder die Wiese vom Müll zu befreien. „Ich mache das, weil ich Verantwortung übernehmen möchte. Menschen nehmen Ratschläge nicht an, aber wenn man mit gutem Beispiel vorangeht, kann das Gedankenprozesse in Gang setzten.“

An seine erste öffentliche Putzaktion kann er sich noch gut erinnern. „Ich bin mit meiner Frau am Marienpatz vorbeigelaufen, es war an einem Sonntag, und er war richtig vermüllt. Ich habe zu ihr gesagt: ‚Tut mir leid, ich muss einen Besen und einen Eimer holen und den Platz fegen. Ich kann nicht mehr daran vorbeilaufen.‘

Zero Waste und #plastikfrei heißt für Thomas auch: Aufräumen

Und dann habe ich den Platz gefegt, habe ein Bild davon gemacht und auf meiner Facebook-Seite meinen Freunden gezeigt.“ Heute ist Thomas nicht mehr der einzige, der den Müll einsammelt, sondern hat viele Helfer.

„Der Akt des Müllaufhebens ist nie nachhaltig, weil in einer Stunde wieder jemand vorbeikommen und etwas hinwerfen kann. Aber das frustriert mich nicht, es motiviert mich eher.“

Thomas und die Cleanup-Helfer sprechen nie jemanden an, der Müll wegwirft. Sie ermahnen auch nicht, sondern heben den Müll einfach auf. Nur wenn jemand besonders dreist ist oder einen gefährlichen Gegenstand wegschmeißt, dann findet Thomas, muss man auch mal was sagen. „Das Schlimmste was wir finden sind Spritzen, weil daran kann man sich verletzen, Kinder können sich daran verletzen. Die gehören da einfach nicht hin. Wir räumen sie weg.“

Müllwegmachen als Ehrenamt

Das Saubermachen ist eigentlich Sache der Stadt und Cleanup versteht sich auch nicht als private Müllabfuhr. „Unsere Arbeit besteht darin, die Mitmenschen auf das Problem hinzuweisen, damit man die Müllblindheit ablegt und nicht mehr mit einem Filter herumläuft. Das ist der erste Schritt. Der zweite Grund ist, die gefährlichen Gegenstände von den Plätzen zu entfernen, zum Beispiel auf einem Spielplatz.“