Edico hat die Weltmeere befahren. Ein Kiosk in Suttgart ist jetzt sein Heimathafen

Dauer

Edico ist zur See gefahren und hat an Europas Außengrenzen gearbeitet. Sein Heimathafen ist ein kleiner Kiosk in Stuttgart geworden.

„Heimat muss für mich nicht da sein, wo ich lebe. Heimat ist da, wo einfach alles stimmt: die Menschen, der Ort, das Leben um dich herum. Und dass man dich so nimmt wie du bist.“

Volker, 48, Kioskbetreiber aus Stuttgart

Volker muss es wissen, denn schon sein Vater als Kapitän zur See hat ihm gezeigt, worum es geht im Leben. Er hat ihm die Offenheit gegenüber anderen Menschen und Kulturen beigebracht.

Von Hamburg bis Hongkong

„Sobald ich mit Messer und Gabel essen konnte – hieß bei meinem Papa sich anständig benehmen können – durfte ich mit aufs Schiff. Und da war ich dann überall unterwegs, von Hamburg bis Hongkong. Und ich hab‘ dabei wahnsinnig viel gesehen und gelernt. Wenn du woanders bist, bist du einfach Gast, und musst dich auch so benehmen. Wer lädt schon jemand zu sich ein, der die 'wilde Sau' macht?“

Arbeiten an der Grenze

In seinem Hauptberuf als Bundespolizist war Volker an Europas Grenzen stationiert und die Begegnung mit anderen Ethnien gab ihm ein ganz anderes Feeling für viele Dinge. Und man sieht dann manches auch ganz anders:

„Wenn Arbeit ist, ist Arbeit, und wenn Zeit ist zu leben, ist Zeit zu leben"

„Das hat der Deutsche irgendwie verlernt. Der ist immer irgendwie im Arbeitsmodus. Pflichtbewusst, strebsam.”

Zu seinem Kiosk-Job im Edico Tobacco beim Hauptbahnhof kam er 'wie die Jungfrau zum Kind'. Er genießt die Tätigkeit als Ausgleich zu seinem Hauptberuf.

Heimathafen Stuttgart

„Es ist halt der kleine gemütliche Laden am Eck, wo man gern seine Zigarette raucht und seinen Kaffee trinkt. Und wenn ich sehe, wie viele Leute gerne hier sind, heißt das ja, dass wir nicht so viel verkehrt machen.”

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