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Stefan Bächle (Foto: SWR)

Wie tickt jemand, der gerne an verstorben Tieren rumwerkelt? Welcher Typ Mensch möchte, dass nach dem Tod des geliebten Haustiers ein Andenken entsteht? Und vor allem: Wie fühlt es sich an, ein verstorbenes Lebewesen zu präparieren? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wagte SWR Heimat Reporter Stefan den Selbstversuch. Er war ein Tag lang Tierpräparator! Unsere Protagonistin Lotte ist Taxidermistin und hat ihn zu ihrem ungewöhnlichen Nebenjob mitgenommen. Was Stefan bei der Präparation einer toten Ratte alles gelernt hat und was Lotte an der Arbeit mit toten Tieren so fasziniert, erfährst du im Video.

"Meine Hausratte war meine beste Freundin. Als ich 11 war, ist sie gestorben und ich habe sie im Garten meiner Familie vergraben. Als der Garten Jahre später neugemacht wurde, habe ich sie exhumiert. Ich wollte ihr damit Respekt zollen und habe ihre Knochen in ein schönes Gedenkkästchen gelegt.“

Lotte, 32, Tierpräparatorin aus Hildrizhausen

Stolz steht Lotte in ihrer Boutique und zeigt maßgeschneiderte Korsetts und Kleider. Sie ist Schneiderin und nichts in ihrer Boutique lässt erahnen, dass sich im Nebenraum Regale voller Bücher über Tieranatomie und ein Tisch voller Tierknochen befinden. Doch im Nebenjob ist Lotte Taxidermistin bzw. Tierpräparatorin.

„Ich mache aus verstorbenen Tieren einzigartige Andenken, wie beispielsweise ein gegerbtes Fell von einer verstorbenen Hauskatze. Überwiegend mache ich aber Knochenpräparation. Dann klebe ich die reinen Knochen anatomisch korrekt wieder zusammen und erstelle Skelettpräparate.”

Ethische Taxidermie

An Aufträgen und “tierischem Nachschub” mangelt es Lotte nicht. Sie bekommt unter anderem von Jägern und Privatpersonen so viele verstorbene Tiere, dass diese sogar in der Gefriertruhe zwischengelagert werden. Lotte betreibt ausschließlich ethische Taxidermie.

„Bei mir wird definitiv kein Tier extra dafür getötet, um daraus ein Andenken zu machen. Ich liebe lebende Tiere über alles.”

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