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Gerhard ist Mitbegründer der Initiative ‚Stolpersteine‘ in Stuttgart. Er selbst hat die Grauen des Zweiten Weltkrieges miterlebt. Nun kämpft er gegen das Vergessen in der Gesellschaft an.

Stolpersteine in Stuttgart: Gerhards Beitrag gegen das Vergessen

„Ich wünsche mir, dass vielen, vielen Menschen, die Augen aufgehen, auch aufgrund der neuen politischen Strömungen. Friedlich miteinander leben. Das ist mir wichtig. Dann können wir auf die Stolpersteine verzichten. Ich weiß, das ist Utopie, aber an Utopien muss man auch mal glauben.“

Gerhard, 85, Ehrenamtlicher bei der Initiative Stolpersteine

Was sind Stolpersteine?

Stolpersteine sind im Boden eingelassene 96 auf 96 Millimeter große Gedenktafeln aus Messing, die an die Opfer der Nationalsozialisten erinnern. 1992 startete das Projekt in Köln. Gerhard hat Anfang der 2000er Jahre die Initiativbewegung ‚Stolpersteine‘ in Stuttgart mitbegründet. Er selbst hat als Kind das Grauen des Zweiten Weltkriegs hautnah miterlebt. Heute setzt er sich dafür ein, daran zu erinnern. Leider musste er in den 90er Jahren feststellen, dass sich Befürworter des Nationalsozialismus und eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Holocaust breit machten.

„Und diese übliche Ausrede: ‚Da haben wir nichts mit zu tun!‘“

„Und damals in den 90ern war auch schon erkennbar, dass es Leute gab, die diese Geschichte gerne weitergemacht hätten. Das Wegschauen. Da wollten wir gegenhalten mit Erinnerungsarbeit. Zeigen, dass hier etwas nicht in Ordnung war.“

Aus dieser Motivation hat sich Gerhard im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart und mithilfe von Deportierlisten auf die Suche nach Adressen von Opfern gemacht.

Ein Zeichen setzen

„Wir haben Stolpersteine für alle Opfergruppen verlegt, nicht nur für Juden - Sinti und Roma, Kinder aus sogenannten ‚gemischt rassischen‘ Partnerschaften, Menschen mit Behinderung, politisch Andersdenkende. Und dann gab es unheimlich positive Resonanz von den Hinterbliebenen.“

Gerhard möchte mit der Initiative ‚Stolpersteine‘ seinen zivilgesellschaftlichen Beitrag für das Stadtviertel leisten, in dem er lebt.

„Ich habe ja auch etwas zu sagen. Ich wohne hier in Stuttgart Ost. Dann muss ich mich auch damit beschäftigen. So etwas darf einfach nicht wieder vorkommen. Das geht nicht! Und da muss man versuchen, ein Zeichen zu setzen und zu sagen ‚Hier ist Schluss!‘“

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