Erster Roman mit nicht mal 30

Dauer

Den eigenen Roman in den Händen halten: Kai hat es geschafft. Und das mit einer Geschichte aus der tiefsten schwäbischen Provinz, irgendwo jenseits von Backnang und Murrhardt.

„Tief im schwäbischen Wald, fernab der Zivilisation selbst solch bescheidener Metropolen wie Backnang und Murrhardt, liegt ein kleines Dorf, in dem kaum noch einer wohnt.“

Kai, 29, Autor, erster Satz seines Romans „Amerika“

Er sagt, als Kind sei er eher ein „Geschichtenleser“ gewesen. „Ich wollte wissen: Was passiert in der Handlung? In der Oberstufe ging es allmählich los, dass ich Literatur um der Literatur Willen gelesen hab. Dass ich ein Gefühl für Worte entwickelt hab. Da hat mein Leserleben begonnen.“

Viele angefangene Manuskripte

Und damit auch sein Schreiben. Kai (@knarrenkai) hatte schon einige Manuskripte angefangen, kam aber nie so richtig über den Anfang hinaus. „Amerika ist tatsächlich das erste Buch, das ich auch abgeschlossen habe.“ Er reichte den Roman beim „Blogbuster Literaturwettbewerb“ ein, war einer der Finalisten – und bekam so Kontakt zu einem Verlag. Sein Roman „Amerika“ ist Ende August erschienen.

Das Buch erzählt von einem jungen Mann, der in ein Dorf im schwäbischen Wald kommt und sich in einer Kneipe mit den alten Dorfbewohnern unterhält. Die erzählen ihm viele kleine und große Anekdoten aus ihrem Leben.

„Thematisch würde ich sagen, geht es um das Konzept Erinnerung. Die Idee, ob man sein Leben hätte anders Leben können und an welchem Punkt man eine andere Entscheidung hätte treffen müssen.“

Geschichten aus dem schwäbischen Wald

Der Roman spielt im Rems-Murr-Kreis, denn dort fühlt Kai sich Zuhause. „Was man den Schwaben gemeinerweise vorhält, so eine gewisse Grundspießigkeit, das hab‘ ich auf jeden Fall auch. Auch, dass ich kein Berufsschriftsteller sein möchte, das hängt auch damit zusammen, weil mich diese unklare Situation einfach abschreckt. Ich bin jemand, der gewisse Dinge gern in einer Ordnung ablaufen hat.“

Jetzt schreibt er schon an seinem zweiten Roman. „Meinen Traum habe ich erreicht. Ich wollte bei einem Verlag ein Buch veröffentlichen. Was gäbe es noch zu erreichen?“

„Ich will weiter schreiben.“