Auszeit mit Mitte zwanzig

Auszeit mit Mitte zwanzig

Julian aus Esslingen (Foto: SWR, Verena Ecker)
Verena Ecker

Lehrer Julian aus Esslingen möchte sich für ein Jahr eine Auszeit nehmen und macht ein Sabbatical. Ein Luxus, den er zu schätzen weiß.

„Heute ist ein besonderer Tag für mich. Vor einer Weile hatte ich ein Sabbatical beantragt, das heute durchgegangen ist.“

Julian, 28, Lehrer

Julian unterrichtet Kunst und Deutsch an einer Gemeinschaftsschule in Wendlingen. „Es ist toll, dass sowas in meinem Job möglich ist. Malen möchte ich. Und natürlich reisen. Aber nicht ein Jahr die Welt umsegeln, einfach für mich sein.

Ich beobachte gerne Leute, wenn ich frei habe. Gerade war ich alleine in einem Café und habe das gemacht. Als Student hatte man Zeit für sich, aber kein Geld und man hat sich über die Zukunft so viele Gedanken gemacht. Jetzt im Beruf denke ich, dass 40 Jahre zu arbeiten einfach eine richtig lange Zeit ist. Das Sabbatical ist meine kleine Exit-Strategie und gibt mir Drive.“

Im Leben zählt mehr als Geld

Julian ist sich bewusst, dass nicht jeder eine Auszeit in diesem Alter verstehen kann. Aber er ist auch der Meinung, dass für die jüngere Generation andere Dinge wichtig sind.

„Ich denke, wir haben im Gegensatz zu unseren Eltern realisiert, was Lebensqualität ist. Luxus ist nicht Geld, sondern Zeit. Wir können uns den Luxus erlauben, die Sinnfrage zu stellen – die Generationen vor uns konnten das nicht. Ob wir weniger belastbar sind als sie? Das glaube ich nicht. Vielmehr würde ich sagen, dass wir unsere Grenzen besser kennen.“

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