Stuttgarter Tampongirls

Dauer

Schamgefühl muss nicht sein, finden Ann-Sophie und Sinja aus Stuttgart. Deshalb haben sie ihre eigene Firma gegründet und verkaufen Bio-Tampons per Abo.

„Jungs lernen im Biounterricht was über die Periode, aber nicht von ihren Eltern. Dann hat ein Mädchen mal einen roten Fleck an der Hose, weil sie noch nicht damit umgehen kann, und wird gehänselt – und da entsteht das Schamgefühl.“

Anni, 26, Firmengründerin

Ann-Sophie und Sinja glauben an die neue Generation starker, moderner Frauen. Ihr Ziel:Tabus brechen, die Periode sexy machen. Dafür haben sie "The Female Company" (@thefemalecompany) gegründet. Ein Herzensprojekt: „Wir sind komplett selbst finanziert. Das sind die Ersparnisse von uns beiden, die in dem Unternehmen stecken. Irgendwann sind die halt auch zu Ende und da muss man kämpfen, jeden Tag.“

Kaum eine Frau weiß, wie viele Tampons sie pro Periode verwendet

Frauen sollten sich mehr mit ihrem Zyklus und ihrem eigenen Körper beschäftigen, sagen Ann-Sophie und Sinja. „Wir haben eine Kundinnenumfrage gemacht – und kaum eine Frau konnte tatsächlich sagen, wie viele Tampons sie pro Periode verbraucht. Das fanden wir schon sehr überraschend.“ Pro verkauftem Abo spenden die beiden an geflüchtete Frauen. „Wir haben uns damit beschäftigt, wie viele Frauen sich in Deutschland Produkte wie Tampons und Binden nicht leisten können.“

Weg mit der Tampon-Steuer!

Dazu gehöre auch die ungerechte Besteuerung: „19 Prozent Mehrwertsteuer hört sich ja erstmal normal an. Du denkst nicht darüber nach. Bis du erfährst, dass auf Kaviar nur sieben Prozent Steuern anfallen. Oder Schnittblumen. Oder Taxi fahren."

"Dann fängst du an zu denken: Das ist nicht fair! Warum sollen wir Frauen für ein Produkt, das wir unbedingt brauchen und ohne das es einfach nicht geht, 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen?“

In anderen Ländern gingen Frauen auf die Straße und protestierten gegen die Tampon-Steuer, sagt Ann-Sophie. "In Australien hat der Senat jetzt ein Gesetz verabschiedet, um die Tampon-Steuer zu senken. Wir glauben, darin liegen ganz viele Chancen: dass Frauen auf die Straße gehen und sich wehren!“

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