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Andis Auto ist einer der letzten Trabis. Er ist die Nummer 111 der finalen Sonderserie 444. Unter der Ossipappe schlägt ein Wessiherz: Statt einem 2-Taktmotor wurde ein VW-Motor eingebaut.

Ossiauto mit Wessiherz: Warum Andis Trabi etwas ganz Besonderes ist

Andi und sein Trabi - von vorne (Foto: SWR, Florian Schwab)
Florian Schwab
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Florian Schwab

Der Trabi ist für mich einfach ein altes, geiles Auto – aber manchmal wird einem schon bewusst, dass es ein Symbol für etwas ist.

Andreas (26) aus Oberhausen, studiert seit sechs Jahren in Stuttgart

Wenn ich draußen am Auto bin, werde ich mindestens einmal am Tag darauf angesprochen: Ob der mir gehört, wieviel er gelaufen ist, oder ob er zu verkaufen ist. Manche erzählen dann auch über ihre Jugend oder ihr Leben in der DDR. Es gibt ja einige aus dem Osten, die hier wohnen. Ich lasse sie auch ins Auto reinsitzen. Dann ist es schön zu sehen, wenn die Emotionen hochkommen.

Andis Trabi ist Baujahr ‘91 und wurde erst 3000 Kilometer gefahren. Dass statt einem 2-Taktmotor ein VW-Motor eingebaut ist, hat folgenden Hintergrund. Gegen Devisen wurden in der DDR Ende der 80er Jahre für Golf und Polo Motoren gebaut. Ein paar davon durfte die DDR unter Lizenz selbst nutzen. Eigentlich ein ‚Konstruktionshorror‘ so Andi, denn der der Wagen war überhaupt nicht auf den Motor ausgelegt. Positiver Nebeneffekt: Das Auto darf mit grüner Plakette in der Stuttgarter Innenstadt fahren.

Trabi-Scheinwerfer und Kühlergrill (Foto: SWR, Florian Schwab)
Florian Schwab

Mit zwei oder drei konnte ich schon alle Automarken sagen und eines meiner ersten Wörter war ‚Auto‘. Das habe ich einfach im Blut.

Der Reiz am Trabi ist, dass man bewusster fährt. Wenn man in einem modernen Auto unterwegs ist und einfach nur ankommen will, stresst einen der Verkehr viel mehr. Man lässt alles viel mehr an sich ran, obwohl man von draußen abgeschottet ist. Im Trabi nimmst du die Außenwelt ganz anders wahr: Die Geräuschkulisse, es gibt keine Servolenkung und keinen Bremskraftverstärker. Wenn ich mit dem Trabi 110 fahre, denke ich: ‚Mein Gott, ich bin mit 250 km/h unterwegs.‘

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