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Alex Müller (Foto: SWR)

Felix lebt auf Burg Schaubeck in Kleinbottwar, seine Vorfahren waren Adlige. Er hat den Grafen noch im Namen – aber was für Auswirkungen hat das eigentlich?

„Okay, Leute! Schickt mir Kaviar und Champagner und ich werde es super gerne verzehren!“ 

Felix, 40, Graf

Felix ist auf Burg Schaubeck bei Kleinbottwar in der Nähe von Ludwigsburg aufgewachsen. Mit vollem Namen heißt er Felix Maximilian Raban August Graf Adelmann – seine Vorfahren waren adlig.

Und, wie ist das so, als Graf?

Er hat von seinem Vater die Burg Schaubeck übernommen. Dort kümmert er sich um den Erhalt des alten Gebäudes (keine leichte Aufgabe) und betreibt unter anderem ein Weingut.

Wir haben ein paar mehr oder weniger dämliche Klischees und Vorurteile über Adlige gesammelt und haben ihn damit konfrontiert. Das könnt ihr im Video sehen.

Eine Kindheit auf Burg Schaubeck

Aber wie ist das überhaupt, als Kind auf einer Burg zu leben?

„Als Kind denkst du über so was gar nicht nach. Meine Wohnsituation war etwas außergewöhnlich, mit großem Haus und großem Garten, aber das habe ich eher genutzt, um viele Freunde zum Spielen einzuladen. Als ich dann etwas älter wurde, habe ich sogar die Schule gewechselt, um mehr oder weniger meinen ‚Adelstitel‘ unterm Tisch zu halten. Das ist ja schon ein Kernpunkt, dass man so viel Thema um etwas macht, das aber offiziell keine Substanz mehr haben soll.“

Es gibt keinen Adel mehr in Deutschland. Oder?

Adel wurde 1920 in Deutschland rechtlich abgeschafft. Trotzdem ist es für einige immer noch was Besonderes, einen Grafen zu treffen, erzählt Felix.

„Manchmal bekomme ich das Gefühl, ich bin eine zoologische Rasse, die man nicht allzu häufig zu Gesicht bekommt. Und ich denke mir immer: Leute, wenn es so einfach wäre! Deswegen ist auch eine meiner bösen Standardfloskeln, wenn mich einer zu sehr mit dem Adelszeug nervt: ‚Pass auf, zwei Möglichkeiten. Erstens: Wir reden über diesen Quatsch nicht. Oder zweitens: ihr gebt mir meine Privilegien zurück. Wenn ich wenigstens das habe, was mir alle andichten, dann geht es mir verdammt gut. Mir geht’s schon gut, aber dann geht’s mir so richtig gut.‘“

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