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Stefanie Molitor (Foto: SWR)
Alex Müller (Foto: SWR)

Was es wirklich bedeutet, von einer Frau zum Mann zu werden, das kann man sich im Voraus nicht vorstellen - auch Tom konnte das nicht. Dennoch beschloss er, diesen Weg zu gehen.

„Ich sag mal so: Ich bin froh, dass ich am Anfang der Transformation nicht wusste, was auf mich zukommen wird.“

Tom, 30, Transgender-Mann aus Welzheim

 „Erstmal musst du erkennen: Ich bin trans. Das musst du dir eingestehen. Bei mir hat diese Selbsterkenntnis vier Jahre gedauert. Auch weil ich den Mut nicht hatte.“ Doch dann beschließt Tom, zu einem Psychiater zu gehen. „Der erste Psychiater hat gesagt, er sehe das Problem, aber er selbst gehe bald in Rente und das Thema bedürfe einer langjährigen Psychotherapie. Deswegen könne er mir nicht helfen.“ Beim nächsten Anlauf – einem Psychiater in Stuttgart – sagte man ihm, die Wartezeiten betrügen bis zu sechs Jahren.

„Eins der größten Probleme ist tatsächlich, dass es zu wenige Transpsychiater gibt.“

In Reutlingen wird Tom schließlich fündig. „Neben einem Alltagstest muss man auch zum Endokrinologen – einem Hormonarzt – gehen. Der muss eine Blutabnahme machen und da wird getestet, ob du rein genetisch weiblich bist. Und nur, wenn du zu 100 Prozent genetisch weiblich bist, darfst du auch Hormone kriegen."

„Sie wollen, dass du einen Translebenslauf schreibst. Da wollen sie gestaffelt haben, ab wann du eine Freundin hattest, ob du beziehungsfähig bist, mit Puppen oder mit Autos gespielt hast.“

Das Ganze geht dann vor Gericht. Tom bekam die Adressen von anderen unabhängigen Psychiatern, brauchte noch mal zwei psychologische Gutachten, ob er auch wirklich trans ist. „Mit den drei Gutachten gehst du dann vor Gericht, da gibt es eine Gerichtsverhandlung, wo ein Richter dich noch einmal alles zu deinem Leben fragt: Siehst du männlich aus? Wie gibst du dich?“ Erst danach durfte Tom endlich seinen Vornamen, seinen Personenstand und die Geburtsurkunde ändern.

„Ein langer Prozess, vor dem hatte ich wahnsinnig Angst, aber der lief eigentlich ganz easy.“

Der nächste große Schritt: geschlechtsangleichende Operationen. Sie sind optional, also kein Zwang. Tom beschließt trotzdem, diesen Weg zu gehen.

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