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Stefanie Molitor (Foto: SWR)
Verena Ecker (Foto: SWR)

Man nennt es Containern: weggeschmissene Lebensmittel aus den Müllcontainer von Supermärkten „retten“. Für Max ist das viel mehr, als nur Geld zu sparen.

„Ich habe mir beim Containern noch nie den Magen verdorben. Mit Menschverstand, Geschmack, und Anschauen habe ich immer richtig entschieden, das ist ganz einfach.“

Max, 23, aus Stuttgart

Max lebt im Monat von etwa 500 Euro – den größten Teil zahlt er für die Miete seines WG-Zimmers, den kleinsten für Lebensmittel. „Es wird enorm viel weggeschmissen und alles, was gerettet wird, muss nicht nachgekauft, sprich, nicht produziert werden. Deswegen ist Containern eine sinnvolle Sache.“ Trotzdem ist es in Deutschland illegal, aber bisher hatte Max noch nie Ärger mit der Polizei. Nur mit aufgebrachten Filialleitern.

„Ich habe mal mit Supermarkt-Mitarbeitern gesprochen und wollte verstehen, was die über das Wegwerfen von Lebensmitteln denken. Aber das Einzige, was sie interessiert hat, war, dass es verboten ist. Das hat mich traurig gemacht.“

In seinem Umfeld zeigen die meisten Leute jedoch Verständnis und Respekt für sein Handeln: „Vor allem, weil ich es nicht aus ökonomischen Gründen mache, sondern aus Überzeugung. Ich verdiene mit meinem Ausbildungsgehalt eigentlich genug.“ Containern um jeden Preis? Nein, sagt Max: „Was mich vom Containern abhält, ist meine eigene Müdigkeit oder wenn ich an die Lebensmittel nur kommen würde, wenn ich was kaputt mache. Ich bin kein Grund für Ärgernis.“ Stattdessen ist Containern für Max eine Kampfansage an die Wegwerfgesellschaft und den Überkonsum. Aufgeben kommt für ihn deshalb nicht in Frage.

„Wir wissen, wie es um die Welt steht und trotzdem fahren wir SUV oder fliegen in den Urlaub. Das ist traurig, aber ich lass mich davon nicht kleinkriegen. Ich habe keine Lust, Trübsal zu blasen. Ich habe lieber Hoffnung und Containern ist etwas, das ich aktiv tun kann – ob es am Ende reicht oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.“

Themenschwerpunkt: Wie wollen wir leben?

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