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Florian Schwab (Foto: SWR)
Verena Ecker (Foto: SWR)

Mit viel Kraft hat Bernadeta es geschaftt, ihre Essstörung zu besiegen. Heute sagt sie: "Bulimie war wie eine falsche Freundin."

„Bei einem Essanfall aß ich bis zu 16.000 Kalorien, das ist mega viel. Ich wollte meinen Körper zerstören."

Bernadeta, 36, hatte Bulimie

Angefangen hat alles, als Bernadeta 16 Jahre alt war und ihr Freund ins Ausland gegangen ist. "Ich hatte keine Kontrolle mehr über unsere Beziehung. Dann kamen die Stimmen: Was passiert, wenn er jetzt eine schönere, eine schlankere Frau findet?" Obwohl sie damals ganz normale weibliche Rundungen hatte, fand sich Bernadeta unattraktiv: "Ich habe dann aufgehört zu essen, aber der Hunger wurde unerträglich. Ich dachte, dass es eine Lösung dafür geben müsste, dass man essen kann und es wieder los wird."

Teuflischer Kreislauf

Von da an gab's nach dem Essen für Bernadeta nur einen Weg: zur Toilette. "Irgendwann hat mein Kopf zugemacht. Ich landete im Bett und wollte nicht mehr aufstehen. Da habe ich zu mir gesagt: Benia, entweder du bleibst im Bett oder du veränderst jetzt was. Ich suchte dann nach dem Grund."

Rettung Glaubenssätze

In Persönlichkeitsseminaren hat Bernadeta an sich gearbeitet: "Ich habe zum Beispiel immer geglaubt, ich sei verrückt. Dass das, was ich sage, nicht wahr ist." Also sagte sie sich einen Glaubenssatz immer und immer wieder: "Du bist nicht verrückt, du bist so wie du bist. Verlasse dich auf dein Bauchgefühl, du kannst es schaffen." Eine spezielle Psychotherapie hat sie nicht gemacht, sie war auch nicht in einer Klinik zur Behandlung von Essstörungen.

"Im Rückblick war Bulimie eine falsche Freundin. Sie hat mir bei jedem Stress geholfen, hat mich nie im Stich gelassen. Jetzt weiß ich, dass ich für mein Leben selbst verantwortlich bin, es selbst meistern kann."

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