Eine Berufung auf Lebenszeit

Dauer

René aus Unterriexingen ist für ein Jahr in Elternzeit, seine Frau geht arbeiten. Er wünscht sich, dass mehr Männer den Mut haben, bewusst Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

Wir haben geschaut, was ist für unsere Familie das Beste. Es ist zwar nicht leicht, das gebe ich offen zu. Auch in der Gesellschaft. Aber die Kinder, die danken einem das.“

René, 30, ist ein Jahr in Elternzeit

René und seine Frau haben Zwillinge. Jungs, die bald zwei Jahre alt werden. Seine Frau hat das erste Jahr übernommen, René bleibt im zweiten Jahr Vollzeit zu Hause.

Und das auf dem Land, in einem kleinen Stadtteil von Markgröningen. Das war nicht immer einfach. Im Dorf wurde eine Weile erzählt, René sei arbeitslos. Aber auch seine Frau, eine Ingenieurin, wurde in ihrem Job teilweise schräg angeschaut. „Da hieß es dann: ‘Du arbeitest doch voll, warum sind die Kinder nicht im Firmenkindergarten, von sieben bis sieben?‘ Oder warum sie erst nach einem Jahr zurückgekommen ist. Das ist im Ingenieursberuf nicht üblich.“

Wichtiger als Arbeit und Karriere

Beiden ist sehr wichtig, dass ihr Modell nicht dazu da ist, damit ein Elternteil Karriere macht, während der andere daheim bleibt: „Wir sind nicht Knechte der Firma oder des Hauses oder unserer Kinder“, erklärt René, der neben seiner Arbeit als Vater auch noch bei der Freiwilligen Feuerwehr ist und sich in seiner Kirchengemeinde engagiert. „Wir wollen den Kindern zeigen, dass es Wichtigeres gibt, als nur arbeiten und Karriere machen. Dass es Menschen gibt, die einen brauchen. Das größte Gut, das wir als Familie haben, ist Zeit. Und die wollen wir teilen.“

Sein Glaube gibt ihm eine Grundruhe

Sein Glaube begleitet ihn auch in der Elternzeit und hilft in der ein oder anderen harte Stunde. „Mir hilft es einfach. Es gibt eine gewisse Grundruhe, da gehe ich entspannter in Situationen rein, wenn beide Kinder schreien, die nicht so wäre, wenn ich das nicht hätte. Jeder hat seine eigene Glaubensrichtung, aber uns ist das wichtig, dass Gott real ist. Den Kindern das mitzugeben. Egal, was sie später glauben, aber jetzt ist‘s so. Ich weiß nicht, wo es hingeht, aber ich weiß, dass Gott mitgeht und dass es richtig gut wird.“

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