Tattoomeister Luke

Dauer

Seit er 14 Jahre alt ist, hängt Luke an der Nadel - der Tätowiernadel. Mittlerweile zählt er zu den Besten seines Faches. Der Weg dahin führte ihn durch die ganze Welt - bis nach Stuttgart.

„Das, was mich gereizt hat, war diese düstere Welt. Man wusste früher nicht, was hinter der Tür eines Tätowierstudios passierte. Ein Gefühl von Angst, von Neugier. Das hat mich interessiert.“

Luke, 53, Tätowierer
Luke lacht in die Kamera (Foto: SWR)

Luke (@luke_atkinson__) wird in London geboren. Mit 14 Jahren tätowiert er sich den Namen seiner damaligen Lieblings-Punkband „Killing Joke“ auf den Unterarm. Mit 15 schmeißt er die Schule und baut in Köln mit Freunden die erste eigene Tätowiermaschine - aus einem alten Kassettenspieler und verbogenen Löffeln: „Damit habe ich tatsächlich auch tätowiert - mit allen Schwierigkeiten."

"Die Maschine ist gebrochen, wir mussten uns hinsetzen und das Ding nochmal zusammenbasteln. Danach war der Ehrgeiz, besser und professioneller zu werden, umso größer.“

Luke geht unter anderem nach New York, arbeitet im Untergrund und verbringt schließlich fünf Jahre in Japan: „Dort ist es so, dass die Tätowierer entscheiden, was und wo sie beim Kunden tätowieren. Das hat unglaublich viel mit Vertrauen zu tun.“ Die japanische Tattoo-Kunst wird Lukes Steckenpferd. Er ist neugierig, saugt auf seinen Reisen alles auf, lernt durchs Zuschauen. Mit 21 tätowiert er sogar Mitglieder der Yakuza – der japanischen Mafia.

Es folgen Zeiten in San Francisco, Vancouver, Amsterdam, Hawaii, Hongkong. Sein eigener Körper wird immer mehr zum bebilderten Lebenslauf. Sesshaft wird Luke dann aber ausgerechnet in Stuttgart:

„Am Anfang wollte ich immer noch weg, wollte reisen. Aber nach fünf Jahren habe ich gedacht: Jetzt probier‘ mal, ein Jahr hier zu bleiben und schau, was passiert. Und das hat mir gutgetan.“

Er gründet eine Familie, baut seinen Laden (@checkerdemontattoos) aus und empfängt seitdem Freunde, Kunden und Gasttätowierer aus der ganzen Welt, darunter auch die Stars der Fernsehserie „Miami Ink“.

„Früher habe ich die ganze Welt bereist - heute kommt sie zu mir nach Stuttgart. Das ist eine schöne Sache“, sagt Luke verschmitzt - in seinem unverwechselbaren Mix aus Englisch, Deutsch und… Schwäbisch.