Sofia liebt ihre Arbeit mit Menschen mit Behinderung

In unserer Gesellschaft haben viele Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderung. Völlig zu Unrecht, findet Sofia aus Stuttgart.

junge Frau sitzt mit ihrem Hund auf einer Wiese (Foto: SWR)

„Durch meinen Job weiß ich: Menschen mit Behinderung sind besonders, aber besonders tolle Menschen!“

Sofia Laftsidou, 27, Zufallsbegegnung in Stuttgart

Sofia ist Heilerziehungspflegerin und macht gerade ihren Fachlehrer für Sonderpädagogik. Sie arbeitet seit sieben Jahren mit Menschen mit Behinderung und liebt ihren Beruf.

„Ich mache ihn mit Leidenschaft und die Menschen geben so viel zurück! Vor allem Zufriedenheit und Dankbarkeit. Menschen mit Behinderung haben auch ihre Probleme, aber sie sind trotzdem glücklich.“

Seit Sofia klein ist, hat sie eine Zuneigung zu Menschen mit Behinderung. „Man muss schon für den Beruf gemacht sein, intuitiv Menschen helfen wollen, offen sein und darf kein Kontaktproblem haben. Aber vieles lernt man auch. Ich kenne viele junge Menschen, die zuerst meinten, sie könnten das nicht und jetzt sind sie voll dabei und lieben ihren Job.“ Viele hätten Berührungsängste und wüssten nicht, wie sie sich verhalten sollen. Sofia rät, die Arbeit einfach mal bei einer Hospitanz, einem Praktikum oder einem FSJ auszuprobieren.

„Viele Behinderte nähern sich gerne an fremde Personen an, weil sie das Fremdgefühl nicht haben. Einige haben Speichelfluss oder sabbern, manche sitzen im Rollstuhl, manchmal sehen sie ein bisschen anders aus als wir, aber man sollte keine Angst haben, weil es keinen Grund gibt.“

„Das Thema Inklusion ist ja im Gange, aber die Menschen an sich sind ein bisschen hinterher. Wenn ich mit meinen Kids vom Wohnheim ins Kino gehe, merke ich die komischen Blicke, das spüren die Kinder ja auch.“ Solche Blicke verärgern Sofia und ihrer Meinung nach sollte sich vieles verändern.

„Es sollten mehr Begegnungen stattfinden zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Und generell die Einstellung von den Menschen sollte positiver sein gegenüber den Menschen mit Behinderung. Es sind einfach tolle Menschen.“

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