Erotikromane können so viel mehr als „Shades of Grey“ – sagt Ines

Ines Witka aus Stuttgart hat sich schon immer fürs Schreiben und für Sexualität interessiert. In der Erotikliteratur kann sie beides kombinieren.

„Das ist mein Anliegen, dass auch junge Frauen sich damit auseinandersetzen, was ist denn eigentlich meine Sexualität?“

Ines, 59, Erotikautorin aus Stuttgart

Als Erotikschriftstellerin ist Ines Witka schon einigen lustigen Vorurteilen begegnet – zum Beispiel, was ihr Äußeres angeht. „Nach einer Lesung sagte eine Journalistin zu mir: Ich hab gedacht, Sie sehen ganz anders aus! Und da denk ich: Was war denn die Erwartung? Dass ich in Strapsen und mit Corsage lese?“ Tut sie natürlich nicht.

Wo recherchiert man für einen Roman über Sex?

Neben solchen Erwartungen fällt es einigen Leser*innen auch schwer, zwischen der Autorin und ihren Figuren zu trennen. „Manchmal werde ich hinterher direkt gefragt: Geht das? Haben Sie das ausprobiert? Wo kann ich das ausprobieren?“ Dabei recherchiert Ines eher bodenständig in Büchern, besucht Kunstausstellungen oder spricht mit Menschen, die sich in einer bestimmten Szene bewegen.

Sexuelle Befreiung und Mainstream-Pornos

Wenn man mit Ines über Sex spricht, dann spricht man automatisch auch über Gesellschaftspolitik – denn beides gehört für sie zusammen. Welchen Status hat Sex in der Gesellschaft? Wie werden wir durch Pornografie (die für Männer gemacht wird) geprägt?

„Wenn sich eine Frau nicht in dieser Pornografienorm bewegen möchte oder das gar nicht toll findet, wenn etwas passiert, was im Porno als völlig normal gilt, dann gilt sie schon als verklemmt. Obwohl sie ja eigentlich befreit ist, weil sie sich traut zu sagen, dass sie das nicht möchte.“

Wie finde ich meine Erotik, meine Sinnlichkeit?

Aber es geht Ines nicht nur um Feminismus und die Befreiung der weiblichen Sexualität, sondern eben auch um Sinnlichkeit. „Ich finde es ein großes Problem, dass wir Sexualität so negativ besetzen. Ich wollte Sexualität von Anfang an positiv besetzen.“