Kunst möglich machen: Reiner hat über 1.000 Konzerte veranstaltet

Dauer

In seinem Café heißt Reiner aus Stuttgart seit Jahren Musiker aus aller Welt willkommen. Ursprünglich hat er in einem ganz anderen Bereich gearbeitet – doch das war nicht das Richtige für ihn.

„Ich glaube, ich gebe gerne, weil ich das brauche, dass Menschen mich wiederum glücklich machen. Und manchmal denke ich, dass ich wenig kann und wenig zu sagen habe. Dann tut es mir gut, wenn ich positive Rückmeldung bekomme für das bisschen, was ich halt kann.“

Reiner, 53, Gastronom

Reiner betreibt seit vielen Jahren das Café Galao in Stuttgart. „Die Entscheidung, sowas anzufangen, hat mir damals keiner eingeredet – im Gegenteil. Ich hatte ja einen anderen Beruf, aber ich habe gemerkt, das will ich machen. Und obwohl meine Eltern und viele Leute, die eher auf der sicheren Seite stehen, gesagt haben: Du kannst deinen Job nicht aufgeben! Du hast zwei Studiengänge studiert, einen guten Beruf, und jetzt eine Kneipe aufzumachen an einem solchen Ort! Aber ich habe es nie bereut.“ Studiert hat er eigentlich Theologie und Sozialpädagogik.

Der eigene Chef

„Mir geht es darum, dass es unser eigener Ort ist, woran andere teilhaben können. Und ich will selbst entscheiden über das, wofür ich die Verantwortung trage. Ich will andere nicht groß fragen müssen, was ich tun darf. Eine Regel bei uns ist, dass man zusammenkommt. An anderen Orten gibt es die Regel, dass es Dein Tisch bleibt, wenn Du einen Tisch bestellst. Bei uns halt nicht, man kommt viel mehr zusammen und unterhält sich miteinander. Deshalb sind wir so geblieben wie wir sind und werden uns auch immer von anderen unterscheiden.“

Leben in der Stadt

Eine ideale Stadt ist für Reiner eine lebendige Stadt. Wo vieles möglich ist – und wo die Leute zu den verschiedensten Anlässen das Recht bekommen, sich zu entfalten:

“Wichtig sind auch öffentliche Orte, die nichts kosten: Plätze, wo man sich niederlassen kann, so wie der Marienplatz in Stuttgart.“

Ganz entscheidend für ihn: „Zugänge zu diesen Plätzen, damit man schauen kann, dabei sein kann und sich beteiligt fühlt. Also mehr Treppen – keine Mauern, wie am hinteren Teil des Marienplatzes! Und die Natur sollte spürbar sein, ganz real.“

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