Neigschmeckt: der Liebe wegen ins Schwabenland

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Dauer

Eine Berlinerin im Schwabenland: Seit fast 60 Jahren wohnt die 74-jährige Marlis nun schon im schwäbischen Ehningen. Sie fühlt sich integriert – doch im Herzen bleibt sie Großstadtkind.

„Das war nicht ganz einfach, weil ich war immer direkt und habe immer meine Meinung gesagt. Das macht man hier nicht so, das muss man immer besser verpacken.“

Marlis, 74, Oma

Marlis wächst in Berlin auf. Die Großstadt prägt sie. Doch dann kommt das Kontrastprogramm: Mit 18 zieht sie mit ihrem Mann wegen seines Berufs von Berlin ins schwäbische Ehningen, eine damals knapp 4.000-Seelen-Gemeinde. Über den Sport findet sie zum Glück schnell Anschluss. Marlis Leidenschaft ist Tennis. Seit 40 Jahren trifft sie sich mit ihren Freundinnen zum Doppel.

„Ich mag einfach Wettkämpfe, das ist mir wichtig. Ich möchte so lange spielen, wie ich noch hin und herrennen kann.“

Nach knapp 60 Jahren fühlt sich die Wahlschwäbin langsam integriert. Doch die Berlinerin in ihr lässt sich nicht leugnen. Wenn die Freundinnen im Auto unterwegs sind, steht ihr Mund nicht still: Marlis redet ohne Punkt und Komma. Ihre Enkelin Melissa sagt über die Oma: typisch Berlinerin, ständig auf Achse. Auch in der Küche ist Marlis quirlig.

„Ich bin nicht so ein geduldiger Mensch, ich habe immer alles ruckzuck fertig.“

Oma und Enkelin

Marlis und ihre Enkelin Melissa teilen jede Menge Erinnerungen. Die beiden haben sogar einige Jahre im selben Haus gelebt. Marlis war damals mit Ende 40 eine junge Oma.

Oma Marlis hält ihre Enkelin Melissa auf dem Arm, kurz nach der Geburt (Foto: SWR)

„Das warst du am ersten Tag, da habe ich dich das erste Mal im Arm gehalten.“

Die Oma als Babysitterin im eigenen Haus – ein Traum: „Wir hatten ja hier auch keine Verwandtschaft und einen Kindergarten gab’s ja nicht für die kleineren Kinder, also das mussten wir schon unter uns machen. Es war ziemlich anstrengend, aber es hat sich gelohnt!“

Die ganze Folge von „Oma kocht am besten“